Dass die Auswirkungen der Kriegsvergangenheit bis heute noch in vielen Familien bis in die zweite und dritte Generation hinein zu spüren sind, ist Thema des Bestsellers „Kriegsenkel: Die Erben der vergessenen Generation“ von Sabine Bode. Eigentlich dürfte es der Generation der zwischen 1960 und 1975 Geborenen, die in Zeiten des Friedens und Wohlstands aufgewachsen sind, an nichts fehlen. Doch viele „Kriegsenkel“ sind verunsichert, wissen nicht genau, wer sie sind, wohin sie wollen und haben eine diffuse Angst vor der Zukunft. „Noch ist es für sie ein völlig neuer Gedanke, sich vorzustellen, ihre tief sitzende Verunsicherung könnte von den Eltern stammen, die ihre Kriegserlebnisse nicht verarbeitet haben“, schreibt Bode und geht der Frage nach: „Ist es möglich, dass eine Zeit, die über 60 Jahre zurückliegt, so stark in ihr Leben als nachgeborene Kinder hineinwirkt?“. Sie zeigt in 18 bewegenden Fallbeispielen auf, wie die Kriegsenkel von der Beziehung zu ihren Eltern und das Schweigen über den Krieg geprägt wurden. Um das Trauma zu beenden empfiehlt sie, sich mit den Kriegserlebnissen der eigenen Familie auseinanderzusetzen und darüber zu sprechen. „Wer seine eigene Identität nicht geklärt hat, ist nicht frei.“

