Philosophie

Jean-Paul Sartre: „Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“

15. März 2017 0 comments
Jean-Paul Sartre, Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt

Es gibt keinen Gott, kein Leben nach dem Tod und das Leben an sich hat keinen Sinn. Von dieser schwarzen Vorstellung geht der Existentialismus aus, eine philosophische Strömung, die in den 1940er Jahren in Frankreich begann und die Sinnfrage in den Mittelpunkt stellt. Die positive Message: Auch wenn das Leben an sich sinnlos ist, so können wir selbst dem eigenen Leben einen Sinn geben und im Leben bestehen. Der Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre war ein zentraler Vertreter des Existenzialismus und einer der bedeutendsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Er sagt: Existieren heißt, sein eigenes Leben zu schaffen.

Jean-Paul Sartre: „Frei sein heißt zum Freisein verurteilt sein.“

Nach dem Existentialismus ist der Mensch das einzige Lebewesen, das sich seiner Existenz bewusst ist und erkennt, dass es irgendwann sterben muss. Der Tod ist das einzige, das schon vorgegeben ist, man kann ihm nicht entrinnen.

Jedem Menschen ist es aufgegeben, frei zu wählen und zu entscheiden, was er mit seinem Leben tun will. Das ist eine der Kernaussagen des Existentialisten Jean-Paul Sartre: „Frei sein heißt zum Freisein verurteilt sein.“ Was meint Sartre damit?

Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt, weil er sich nicht selber erschaffen hat. Denn wenn er erst einmal in die Welt geworfen ist, dann ist er für alles verantwortlich, was er tut.

Jean-Paul Sartre, Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt

Freiheit und Entscheidung

Unsere Freiheit verdammt uns nach Sartre unser ganzes Leben lang dazu, uns zu entscheiden. Auch wer glaubt, sich nicht zu entscheiden, oder endlos seine Entscheidung zu einem wichtigen Thema aufschiebt, hat seine Entscheidung bereits gefällt: nichts zu verändern.

Die Freiheit des Menschen befiehlt uns, uns selbst zu definieren, etwas aus uns zu machen, eine authentische oder echte Existenz zu führen. Der Mensch sei nichts anderes als das, wozu er sich selbst macht, sagt Sartre.

Aber diese totale Freiheit bedeutet für den Menschen auch, vollständig die Verantwortung für sich und sein Handeln zu tragen. Denn das eigene Leben könne durch keine andere, höhere Instanz wie einen Gott entschuldigt werden, so der Existentialist.

paris Jean-Paul Sartre, Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt

Wir selbst müssen den Sinn für unser eigenes Leben schaffen

Obwohl Sartre und andere Existentialisten wie Albert Camus behaupten, dass das Leben an sich keinen Sinn hat, ist er kein Nihilist. Er sagt nicht, dass nichts etwas bedeutet und alles erlaubt ist. Vielmehr fordert Sartre den Menschen zu einem aktiven Handeln auf: Wir selber müssen die Bedeutung, den Sinn für unser eigenes Leben schaffen. Existieren heißt, sein eigenes Leben zu schaffen.

paris Jean-Paul Sartre, Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt

Zitate von Jean-Paul Sartre:

„Es gibt keine Natur des Menschen, die den Menschen festlegt, sondern der Mensch ist das, wozu er sich macht.“

 

„Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf; er existiert nur in dem Maße, als er sich entfaltet.“

 

„Der Mensch ist voll und ganz verantwortlich“ (für sich selbst)

 

So paradox es klingt: Letztendlich zeigt der Existentialismus doch auf, dass wir trotz der Sinnlosigkeit des Lebens an sich dennoch unserem eigenen Leben einen Sinn geben können.

Bilder: Pixabay, Unsplash

 

   

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