In einer Zeit, in der viele Menschen zwischen Leistungsdruck, Sinnsuche und innerer Erschöpfung stehen, gewinnt die Frage nach dem, was uns wirklich trägt im Leben, an Bedeutung. Mit seinem aktuellen Buch „Wege zum Wesentlichen. Erweitertes Bewusstsein und holotropes Atmen“ lädt Dr. Sylvester Walch dazu ein, vertraute Denk- und Lebensmuster zu hinterfragen und neue Zugänge zu innerer Freiheit, Verbundenheit und Sinn zu entdecken. Auf der Grundlage von über 35 Jahren therapeutischer und spiritueller Praxis zeigt er, wie veränderte Bewusstseinszustände, Meditation und insbesondere das holotrope Atmen Zugänge zu innerer Heilung, Sinn und transpersonalen Erfahrungsräumen eröffnen können. Dr. Sylvester Walch ist Ausbilder für Psychotherapie, Transpersonale Psychologie und Holotropes Atmen, Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten im deutschsprachigen Raum und Buchautor. Im Interview mit SinndesLebens24 spricht er über die Kraft des holotropen Atmens, die Rolle von Liebe, Achtsamkeit und Mitgefühl, den heilsamen Umgang mit Krisen und darüber, wie erweiterte Bewusstseinszustände uns helfen können, dem Leben mutiger, gelassener und menschlicher zu begegnen.
Herr Dr. Walch, was hat Sie dazu bewogen, Ihr neues Buch mit dem Titel „Wege zum Wesentlichen“ zu schreiben?
Walch: „Wege zum Wesentlichen“ zu schreiben war für mich ein Herzensanliegen. Ich wollte die Essenz meiner jahrzehntelangen psychospirituellen Arbeit zusammenführen und zeigen, wie tiefgreifend die Heilungs- und Öffnungsprozesse, die durch das holotrope Atmen angestoßen werden, sein können. Dabei spielt die Idee einer inneren Weisheit, die unser Leben auf intelligente Weise führt, eine zentrale Rolle. Zahlreiche authentische Erfahrungsberichte veranschaulichen diese Entwicklungswege. Zugleich war es mir wichtig, grundlegende spirituelle Haltungen, wie etwa Meditation, Selbstakzeptanz, Selbstmitgefühl und Vertrauen in die Lebensprozesse zu vermitteln. Um meinen eigenen Forschungshintergrund transparent zu machen, beginne ich das Buch mit biografischen Einblicken und prägenden Schlüsselerlebnissen.
Wie grenzt es sich vor allem von Ihren bisherigen Büchern ab?
Walch: Im Unterschied zu meinen früheren Publikationen, die jeweils einzelne Aspekte vertieft haben, wie etwa psychologische Modelle, spirituelle Impulse oder theoretische Grundlagen, verfolgt dieses Buch einen integrativen Ansatz. Es verbindet Theorie, persönliche Erfahrung, Fallbeispiele und konkrete Hinweise für die innere Arbeit zu einem umfassenden Gesamtbild. Damit ist es weniger ein klassisches Fachbuch, sondern vielmehr ein Wegweiser, der Menschen ermutigen möchte, sich auf ihre eigene innere Wahrheit einzulassen. Neu ist zudem die ausführliche Darstellung des Vertikalen Atmens, einer sanften Methode, die ich während der Corona‑Pandemie als Alternative zum holotropen Atmen entwickelt habe. Damit möchte ich aufzeigen, dass Menschen selbst in herausfordernden Zeiten, durch ruhige und bewusste Atemarbeit Zugang zu veränderten Bewusstseinszuständen finden können.
Was verstehen Sie unter dem „Wesentlichen“?
Walch: Zunächst unterscheidet sich im Alltagssprachgebrauch das Wesentliche vom Oberflächlichen. Das bedeutet, dass es mit Tiefe, Bedeutung, Zentrierung, Achtsamkeit und Sinnstiftung zu tun hat. Das Wesentliche ist der wesenhafte Kern, der den Menschen im Innersten zusammenhält. Es ist die Erkenntnis, dass unsere wahre Substanz das „umgreifende Eine“ ist, das jenseits von individuellen Eigenschaften und Rollen existiert. In der Meditation geht es darum, transparent für dieses wahre Wesen zu werden. Dazu gehört der Kontakt zur inneren Weisheit, einer inspirierenden und heilenden Quelle in uns, die unsere Entwicklung steuert. Wer lernt, dieser inneren Stimme zu folgen, lebt mehr im Einklang mit sich selbst und erkennt, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Wie können wir zum „Wesentlichen“ vordringen?
Walch: Um zu diesem „Kern“ vorzudringen, müssen wir lernen, starre Muster, gewohnheitsmäßige Identifikationen und egozentrische Verhaltensweisen zu erkennen und loszulassen. Das Wesentliche zeigt sich dann, wenn das Ego zurücktritt und Raum für das Selbst macht. Es bedeutet die Einsicht, dass der Mensch vom „grenzenlosen Einen“ durchdrungen ist. Es ist die Erfahrung, im Unendlichen nicht verloren, sondern aufgehoben und geborgen zu sein. Im praktischen Leben drückt sich das Wesentliche durch eine Haltung der Achtsamkeit, Wahrhaftigkeit und des Mitgefühls aus. Es geht darum, das Handeln in den Dienst einer höheren Ordnung zu stellen und die spirituelle Kraft der Liebe zugänglich zu machen.
Was zeichnet ein erweitertes Bewusstsein aus?
Walch: Ein erweitertes Bewusstsein zeichnet sich primär dadurch aus, dass die gewöhnlichen Grenzen des Körper-Ichs sowie die Beschränkungen von Raum und Zeit überschritten werden. In diesem Zustand werden Informationen und Räume zugänglich, die weit über die individuelle Person und deren Lebensgeschichte hinausgehen, wie etwa perinatale Erfahrungen, kollektive Archetypen sowie transpersonale Dimensionen des Seins oder spirituelle Welten. Der Erfahrende erlebt oft eine Auflösung der willkürlichen Grenzen, bis hin zu einer ozeanische Selbstentgrenzung, oder ein Gefühl der tiefen Verbundenheit mit dem All-Einen, bei dem die Trennung zwischen Subjekt und Objekt aufgehoben erscheint. In diesen sogenannten nondualen Zuständen wird das Sein als Ganzes gewahr, in dem alles Seiende miteinander verbunden ist und das Bewusstsein als klar, offen und weit erfahren werden kann.
Wie kann dieser Zustand erreicht werden?
Walch: Erreicht werden kann ein solcher Bewusstseinszustand durch verschiedene Methoden der Selbsterforschung. Das holotrope Atmen ist für diese Erfahrungsdimensionen prädestiniert. Hierbei werden durch beschleunigtes Atmen, evokative Musik und prozessorientierte Körperarbeit veränderte Bewusstseinszustände induziert, die, neben den genannten Erfahrungsebenen auch einen Zugang zur „inneren Weisheit“ und den Selbstheilungskräften eröffnen. Eine sanftere, nach innen gerichtete Alternative, stellt das Vertikale Atmen dar, das durch ruhige Tiefenatmung eine gelassene und bewusste Fokussierung auf bedeutsames Material ermöglicht. In einer stillen Intensität können in dieser Weise auch schwerwiegende traumatische Erfahrungen bearbeitet und integriert werden.
Zudem dient die regelmäßige Meditationspraxis (stille Sitzmeditation), die in meinem Buch näher erläutert wird, dazu, die Gedankenwelt zu beruhigen und die inneren Strukturen für transzendente Erfahrungen vorzubereiten. Auch spontane Grenzerfahrungen, wie existentielle Krisen, ekstatische Zustände oder Nahtoderlebnisse, können die vertrauten Grenzen des Bewusstsein unerwartet aufbrechen und zu tiefgreifenden Transformationsprozessen führen.
Welche Bedeutung kommt dabei Liebe, Achtsamkeit und Mitgefühl zu?
Walch: Liebe, Achtsamkeit und Mitgefühl sind in diesem Prozess von fundamentaler Bedeutung, da sie sowohl Voraussetzung als auch Ergebnis der Bewusstseinserweiterung sind. Liebe wird als die alles bewegende und transformierende Kraft angesehen, die in ihrer spirituellen Form bedingungslos ist und die gesamte Schöpfung miteinschließt.
Eine intensive Selbstliebe bildet dabei die Basis, um das eigene Schicksal anzunehmen und Mitgefühl für andere zu entwickeln. Achtsamkeit dient als Brücke zum gegenwärtigen Moment und hilft dabei, einengende Lebensmuster und das Ego zu transformieren, indem sie eine Haltung von Präsenz, Offenheit und Akzeptanz fördert. Mitgefühl entspringt direkt aus der Einsicht in die universale Verbundenheit. Es ermöglicht, dem Leid der Welt mit gütigem Gemüt zu begegnen und heilende Energien freizusetzen. Erst durch diese Qualitäten kann die gewonnene Bewusstheit im Alltag verankert werden, was zu einem glücklichen und zufriedenen Leben im Einklang mit der kosmischen Ordnung führt.
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Buchcover, Dr. Sylvester Walch: „Wege zum Wesentlichen. Erweitertes Bewusstsein und holotropes Atmen.“ © Patmos Verlag
Wie können uns erweiterte Bewusstseinszustände dabei unterstützen, das Wesentliche zu entdecken?
Walch: Erweiterte Bewusstseinszustände unterstützen die Entdeckung des Wesentlichen, indem sie den Schirm des empirischen Alltagsbewusstseins durchbrechen und den Zugang zu tieferen Seinsebenen ermöglichen. In diesen Zuständen werden Informationen und Räume zugänglich, die weit über die individuelle Person und deren Lebensgeschichte hinausgehen.
Hier sind die zentralen Wege, wie dieser Prozess die Entdeckung des Wesentlichen fördert:
Ein erweitertes Bewusstsein kann die Tür zur „inneren Weisheit“ oder dem „inneren Heiler“ öffnen, einer inspirierenden Quelle in uns, die unsere Entwicklung und Selbstheilungskräfte steuert und die uns durch Impulse und Botschaften des Sens zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Durch Methoden wie das Holotrope Atmen wird die konzeptionelle Kontrolle des Verstandes gelockert. Das Ego wird relativiert, wodurch das transpersonale Selbst mehr Raum gewinnt. Dies ermöglicht es, starre Muster und lebensbehindernde Strukturen aufzulösen, die gewöhnlich den Blick auf den wesenhaften Kern verstellen.
Im erweiterten Bewusstsein wird die Trennung zwischen Subjekt und Objekt aufgehoben. Der Erfahrende erlebt sich als Teil eines größeren Ganzen und erkennt die Einheit mit dem Kosmos oder dem Göttlichen. Diese Erfahrung vermittelt eine tiefe Sinnhaftigkeit und ein Gefühl der Geborgenheit in der unermesslichen Unendlichkeit.
Diese Zustände begünstigen spontane Einsichten in lebensbestimmende Seinszusammenhänge. Der Mensch kann erkennen, wer er wirklich ist, jenseits von Rollen und Identifikationen. Dadurch erweitern sich der geistige Horizont und die Identität.
Bewusstseinserweiternde Techniken helfen auch dabei, körperliche Spannung und Blockaden in den Energiezentren (Chakren) aufzulösen. Dadurch werden Limitationen überwunden und die spirituelle Kraft der Liebe, die als die alles bewegende und transformierende Kraft angesehen wird, erfahrbar.
Das holotrope Atmen spielt in Ihrem Buch eine zentrale Rolle. Wie würden Sie diese Technik beschreiben und wie wirkt sie auf der psychischen und spirituellen Ebene?
Walch: Das holotrope Atmen, eine praktische Anwendung der transpersonalen Psychologie, ist eine ganzheitliche Methode der Selbsterforschung mit Hilfe von veränderten Bewusstseinszuständen, die Mitte der 1970er-Jahre von Stanislav Grof entwickelt wurde. Der Begriff leitet sich vom Griechischen „holos“ (ganz) und „tropein“ (sich in Richtung auf etwas bewegen) ab und bedeutet sinngemäß „auf dem Weg zur Ganzheit sein“. Das holotrope Atmen ist deshalb besonders förderlich für Heilung und Sinnfindung, weil es – wie kaum eine andere Methode – wachstumsrelevante körperliche, psychische, spirituelle und kollektive Aspekte des Menschseins bewusstmacht und integriert.
Die Technik lässt sich wie folgt beschreiben:
- Das holotrope Atmen wird zumeist in Gruppen durchgeführt, kann aber auch im Einzelsetting angeboten werden. Voraussetzungen für die Teilnahme sind normale körperliche Belastbarkeit sowie die Fähigkeit zwischen innerem Erleben und äußeren Situationen unterscheiden zu können.
- Folgende Interventionselemente werden, aufeinander abgestimmt, eingesetzt: schnelleres Atmen, unterstützende Musik, prozessuale Körperarbeit sowie intuitives Malen und Nachbearbeiten.
- Die teilnehmenden Personen haben sich in Paaren zusammengefunden und vorher besprochen, wer als erster in den veränderten Bewusstseinszustand geht und wer in der nächsten Runde. In einem abgedunkelten Raum, in dem Arbeitsinseln mit Matten vorbereitet sind, liegen sie mit geschlossenen Augen auf dem Rücken. Daneben ist der jeweils andere positioniert, bei uns Sitter genannt, der für die äußere Sicherheit des Atmenden sorgt, insbesondere bei intensiven Emotionen, die mit heftigen Bewegungen einhergehen.
- In liebevoller Resonanz leistet er Hilfestellung, falls eine zusätzliche Matte oder Decke gebraucht wird, der Erfahrende etwas trinken möchte, zur Toilette muss oder um eine unterstützende Berührung bittet. In der zweiten Atemsitzung werden die Rollen gewechselt. Oft berichten Teilnehmende, dass ihr eigener Prozess in beiden Positionen angeregt wird.
- Wir empfehlen den Teilnehmern, ihre Erfahrungen nicht zu bewerten oder mit anderen zu vergleichen, sondern alles, was von innen kommt als für ihren Prozess bedeutsam anzuerkennen.
- Auch ist es vorteilhaft, sich von konkreten Wünschen oder Anliegen, wohin die Reise gehen soll, zu lösen, um für die inneren Prozesse durchlässiger zu sein.
- In diesem Sinne dient eine kurze Entspannungsübung, am Beginn der Atemsitzung, den Erfahrenden, sich zu öffnen, die Kontrolle aufzugeben und dem Geschehen zu vertrauen.
- Danach werden sie aufgefordert, einfach schneller zu atmen und alles zuzulassen, was sich zeigen möchte.
Die Hyperventilation ist eine seit jeher bekannter Methode, um in Trance zu gelangen. In der Geschichte der Psychotherapie hat uns vor allem Wilhelm Reich darauf aufmerksam gemacht, dass sich Widerstände gegen bedrohliche oder fremd anmutende psychische Inhalte über die Blockierung des Atems aufbauen. Umgekehrt kann schnelleres Atmen dazu beitragen, Kontrollmechanismen abzubauen und mehr von uns selbst zu erfahren.
Da die Gruppenteilnehmer auf diesen Prozess vorbereitet werden und sich freiwillig darauf einlassen, kommt es nicht, wie bei panikanfälligen Menschen, die unverhofft hyperventilieren, zu sekundären Überlebensängsten, wenn sie bemerken, dass sie abnorm atmen.
Wie wir heute wissen, senkt schnelleres Atmen die Abwehrmechanismen des Ich, fördert ganzheitliches Erleben, aktiviert die Selbstheilungskräfte und regt die Wahrnehmung von inneren Bildern an. Hemmende Faktoren, die normalerweise der Informationsverarbeitung im Alltag dienen, werden gelockert und der Fokus der Wahrnehmung ist soweit nach innen verschoben, dass die im Wachbewusstsein sinnlich zugängliche Außenwelt kaum noch eine Rolle spielt. Die gewöhnlichen Grenzen von Person, Raum und Zeit sind durchlässiger oder werden gänzlich transzendiert. In diesem Zustand, der von Plausibilitätskontrollen und Realitätsprüfungen weitgehend befreit ist, öffnen sich für unser Inneres neue und wachstumsfördernde Erfahrungsräume.
Das einordnende und kommentierende Ich tritt etwas in den Hintergrund und überlässt das aktive Handeln dem inneren Geschehen, nimmt also mehr die Position des Zeugen ein, sodass spontan fluktuierendes Material aus tieferen Schichten der Seele leichter ins Bewusstsein strömen kann.
Die Prozesse können als primärhaft, fluktuierend, assoziativ, kreativ, dynamisch und transformativ charakterisiert werden.

Dr. Sylvester Walch © Dr. Sylvester Walch
In einigen neurophysiologischen Befunden finden wir durchaus Entsprechungen zur klinischen Erfahrungspraxis und Ähnlichkeiten mit den REM-Phasen im Traum: Das EEG zeigt während der Hyperventilation vorwiegend Theta und Deltawellen. Die Durchblutung des Großhirnes nimmt etwas ab und die informationsreduzierenden Filter der Thalamus Region werden durchlässiger.
Gleichzeitig nimmt die Erregbarkeit der Nervenzellen zu und es kommt zu einer vermehrten Aktivierung der körpereigenen Halluzinogene (DMT). Die Stirnhirnaktivität ist herabgesetzt, wodurch das limbische System mehr an Einfluss gewinnt.
Es öffnet sich dadurch das Tor zu den archaischen Welten mit seinen vielfältigen Bildern und Gefühlen. Durch den begleitenden Einsatz von Musik, wie etwa rhythmischen Trommeln, klassischen Stücken, Filmmusik, ethnischen Gesängen oder religiösen Chören unterschiedlicher Kulturbereiche, wird der veränderte Bewusstseinszustand stabilisiert und die subjektiven Erfahrungsräume in den gemeinsamen Atemprozess eingebettet. Gleichzeitig fördert Musik Bewegung, Dynamik, Kreativität und Ruhe. Sie öffnet die individuellen und kollektiven Archive des Menschen, macht Spannungen deutlicher, löst inneres Chaos in dynamischer Weise auf und lässt verborgene Harmonien hervortreten. Die Musik suggeriert nicht Inhalte, sondern überwindet Hemmungen und lässt entwicklungsrelevante Themen prägnanter hervortreten.
Von außen gesehen, atmen manche laut, schreien oder bewegen sich heftig, andere schluchzen herzzerreißend und durchleben gerade einen tiefen Trauerprozess, andere wiederum sind stark nach innen gewandt und wirken ganz „weit weg“. Wenn es gelingt, der Inneren Weisheit radikal zu vertrauen, also sich auf das einzulassen, was im Erleben an Gefühlen, Bildern, Körperresonanzen, Impulsen oder Energien gegenwärtig wird, werden genau jene unbewussten Anteile sichtbar, die für den nächsten Entwicklungsschritt von Bedeutung sind. Die innere Weisheit reguliert deren Aneignung und integriert damit therapeutische und spirituelle Prozesse im Sinne eines ganzheitlichen Wachstums.
Wir als Gruppenleiter bewegen uns umsichtig durch den Raum und unterstützen dort, wo wir gebraucht werden. Dabei orientieren wir uns strikt an dem, was gegenwärtig wird. Wir haben aber keinen bestimmten Plan oder geben nicht vor, was jemand zu erfahren hat oder welche inneren Schritte zu erfolgen hätten. Unserem Vorgehen liegt die Idee zugrunde, dass nachhaltige Heilungsprozesse erst dann in Gang kommen, wenn sie sich aus dem Erfahrenden selbst heraus entwickeln. Der Einsatz von dosierter Körperarbeit hilft im Bedarfsfall, Halt zu geben, Blockierungen zu lösen, das Erleben weiter zu fokussieren oder zurückgenommene Impulse anzuregen.
Abschließend, wenn die Person aus dem veränderten Bewusstseinszustand zurückkehrt und sich in Ordnung fühlt, verarbeitet sie ihre Erfahrungen durch „intuitives Malen“, das einerseits die inneren Bilder widerspiegelt, aber auch auf einer symbolischen Ebene zur weiteren Integration des Erlebten beiträgt. Die Erfahrenden verlassen dann einzeln den Raum, wenn für sie der Prozess vollkommen abgeschlossen ist.
Im späteren Sharing, das wir sowohl in kleinerem Rahmen als auch in der großen Gruppe durchführen, werden die Erlebnisse kommuniziert und durch verstehende Resonanz beantwortet. Wenn wir aufmerksam zuhören und der Bedeutung des Erlebten gemeinsam nachspüren, ohne dabei vorschnell zu interpretieren, kann die Erfahrung weiter assimiliert werden. Sollten unaufgelöste Reste dieses Materials noch Probleme bereiten, werden diese in der Gruppe therapeutisch nachbearbeitet.
Wie zeigt sich die Wirkung auf der spirituellen Ebene?
Walch: Das Bewusstsein transzendiert die Grenzen der persönlichen Biographie sowie Raum und Zeit. Erfahrende können sich mit kollektiven Archetypen, der Natur oder der gesamten Menschheitsgeschichte identifizieren und aus ihr schöpfen.
Es kann zu Zuständen eines tiefen Erlebens mit dem Unendlichen verbunden zu sein kommen. Daraus ergibt sich auch das Gefühl, in es eingebettet und von ihm getragen zu sein. Es wird die Einheit mit dem Kosmos oder dem All-Einen spürbar. Daraus ergibt sich auch das Gefühl in es eingebettet und von ihm getragen zu sein. Es wird die Einheit mit dem Kosmos oder dem All-Einen spürbar.
Häufig wird von Lichterscheinungen, Energiephänomenen, spontanen Zuständen des Glücks, der Hingabe und der Demut berichtet, begleitet von tiefster Ergriffenheit, die in ein Empfinden unerschütterlicher Gelassenheit übergeht. Ein sinnerfüllter Ruhezustand, der die überwältigende Präsenz einer universalen Liebe und Schönheit offenbart.
Durch die Erfahrung, Teil eines größeren Ganzen zu sein, wird das Ego, in Bezug auf es, relativiert. Dies führt oft zu einem dauerhaften Wandel der Lebenswerte hin zu mehr Achtsamkeit, Demut und Mitgefühl.
Warum ist das bewusste Loslassen auf dem Weg zum Wesentlichen so entscheidend?
Walch: Das bewusste Loslassen ist auf dem Weg zum Wesentlichen, deshalb so entscheidend, weil es uns hilft, vergangenheitszentrierte Muster, die unser Wahrnehmungsvermögen und den geistigen Horizont einengen, aufzulösen und den Alltagslärm, der unsere innere Stimme überlagert, zu reduzieren. Dadurch gelangen wir leichter in den Raum tieferer Seinsschichten und kommen mit der Inneren Weisheit unmittelbar in Kontakt.
Warum ist dieser Prozess für die psychospirituelle Entwicklung unerlässlich?
Walch: Das Ego fungiert oft als Hindernis für die Selbstfindung, da es an starren Mustern, Vorurteilen und dem Verlangen nach Kontrolle festhält. Erst durch das Loslassen dieser identifizierenden Fokussierung auf das „Ich bin, ich kann, ich habe“ gewinnt das transpersonale Selbst und die spirituelle Liebe an Raum.
Heilung geschieht nicht durch Unterdrückung, sondern durch das Zulassen und „Seinlassen“ dessen, was im Inneren auftaucht. Das bewusste Loslassen von Abwehrmechanismen ermöglicht es, dass auch verdrängte Traumata oder Schattenanteile an die Oberfläche kommen, dort in einem sicheren Rahmen bezeugt, bearbeitet und schließlich integriert werden können. Wahre Erkenntnis und Inspiration werden erst dann zugänglich, wenn Widerstände und Kontrollmechanismen gelockert werden.
Transformation erfordert den Mut, Altes sterben zu lassen, um Platz für Neues zu schaffen. Wer an überkommenen Identitäten festhält, verhindert sein eigenes Wachstum; das Loslassen ist somit die Geburtshilfe für eine erweiterte Identität und ein sinnerfülltes Leben.Im Zustand des Loslassens beruhigen sich die Polaritäten des Lebens. Der Mensch erlebt sich nicht mehr als isoliertes Einzelwesen, sondern als Teil einer universalen Ordnung, was zu tiefer Geborgenheit, Gelassenheit und einem unerschütterlichen Urvertrauen führt.
Das Loslassen ist nicht als Passivität zu verstehen, sondern als ein aktives „Sein-lassen“, das den Geist von Inhalten befreit und ihn für das unbegrenzte, fließende Sein öffnet.
Sie schreiben, dass Krisen Chancen für Wachstum und Bewusstwerdung in sich tragen. Was unterscheidet eine Krise, die uns lähmt, von einer, die uns verwandelt?
Walch: Krisen sind nach meiner Erfahrung wesentliche Entwicklungsdrehpunkte oder „Game Changer“, die uns dazu auffordern, den bisherigen Lebensstil zu hinterfragen und zu erneuern, Oberflächlichkeiten abzubauen und neue Prioritäten zu setzen. Der entscheidende Unterschied zwischen einer Krise, die uns lähmt, und einer, die uns verwandelt, liegt primär in der inneren Haltung und dem Umgang mit den auftauchenden Widerständen.
Eine lähmende Krise ist oft durch den verzweifelten Versuch gekennzeichnet, an alten, überholten Mustern festzuhalten oder gegen die unveränderbare Realität zu kämpfen, was zu energetischen Verhärtungen und Blockaden führt. Eine verwandelnde Krise beginnt hingegen mit dem bewussten Einverständnis („Ja“) zu dem, was ist, wodurch die blockierte Energie wieder in Fluss geraten kann. Lähmung entsteht, wenn wir uns vollkommen mit der Angst, der Ohnmacht oder der Opferrolle identifizieren. Transformation wird möglich, wenn wir die Position des inneren Zeugen einnehmen, die Krise als eine Art „Geburtsprozess“ betrachten und darauf vertrauen, dass wir durch die Dunkelheit hindurch zur Erneuerung geführt werden.
Lähmende Krisen werden oft durch Scham, Isolation oder das Verdrängen von Emotionen verstärkt, wodurch Heilung und Wachstum verhindert werden. Eine verwandelnde Krise erfordert den Mut, alle aufkommenden Gefühle, wie Wut, Trauer oder Entsetzen, in einem geschützten Rahmen, vollständig zu durchleben, damit sie integriert und schließlich der Vergangenheit übergeben werden können.
In einer lähmenden Krise erscheint das Leiden als rein „destruktives Widerfahrnis“. Im verwandelnden Prozess hingegen treten wir einen Schritt zurück und fragen aktiv nach den verborgenen Botschaften der Situation, in der wir stecken: „Was willst du mir sagen? Wohin willst du mich führen?“. So kann jedes Hindernis zu einem „ermutigenden Lehrer“ werden.
Lähmung ist oft das Resultat von Egoaspekten, die die Kontrolle nicht aufgeben wollen. Verwandlung geschieht durch die Hingabe an die innere Weisheit, die tiefer greift, als wir greifen können und weiter ist, als wir uns, in Anbetracht unserer Wahrnehmungsraster, vorstellen können.
Eine Krise wirkt dann transformativ, wenn wir sie als Chance begreifen, Oberflächlichkeiten abzubauen, neue Prioritäten zu setzen und aus den „Hypotheken des Lebens neues Kapital“ zu gewinnen.
Seit über drei Jahrzehnten verbinden Sie Psychotherapie und Spiritualität. Welche neuen Entwicklungen haben sich in den letzten Jahren in dieser Verbindung ergeben?
Walch: In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verhältnis zwischen Psychotherapie und Spiritualität grundlegend gewandelt, weg von einer anfänglichen Pathologisierung spiritueller Erfahrungen, hin zu einer integrativen und ressourcenorientierten Sichtweise. Während spirituelle Bedürfnisse früher oft als Ausdruck neurotischer Konflikte oder frühkindlicher Sehnsüchte abgewertet wurden, hat das Thema in der wissenschaftlichen Welt in den letzten Jahren vermehrt Beachtung gefunden.
Konzepte wie Achtsamkeit, Mitgefühl, Akzeptanz und Weisheit werden mittlerweile in vielen psychotherapeutischen Richtungen, einschließlich der Verhaltenstherapie, als positive Therapeutenvariablen und Haltungen wertgeschätzt. Besonders die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) nach Jon Kabat-Zinn ist hier als Brückenschlag zu nennen.
Viele Psychotherapeuten verspüren heute selbst den Wunsch nach mehr Tiefe, Sinnfindung und Transzendenz in ihrer Arbeit, was oft als Reaktion auf eine zu einseitige kognitive Ausrichtung der akademischen Ausbildung gesehen wird. Untersuchungen zeigen, dass sich rund ein Viertel der Patienten mit spirituellen Themen beschäftigt und 80 Prozent der Therapeuten sich eine bessere Vorbereitung auf diese Felder in der Ausbildung wünschen. Als neue Entwicklung in der kognitiven Verhaltenstherapie wurde die „Weisheitstherapie“ (Michael von Linden) eingeführt, die insbesondere bei der Behandlung von „Verbitterungsstörungen“ (existenzieller Frustration) als wegweisend gilt.
Die transpersonale Psychologie fungiert verstärkt als Bindeglied, indem sie Techniken wie das Holotrope Atmen, Meditation und Rituale nutzt, um Leidenszustände zu bearbeiten, die über die persönliche Biografie hinausreichen.
Wie stark öffnet sich inzwischen die klassische Medizin und Wissenschaft spirituellen Ansätzen?
Walch: Die klassische Medizin und Wissenschaft öffnen sich zunehmend, da spirituelle Praktiken als wirksame Ressourcen zur Krankheitsbewältigung und Gesundheitsvorsorge anerkannt sind, wie empirische Befunde unterstreichen.
In der modernen Medizin gilt es inzwischen als unbestritten, dass jede Heilung im Kern eine Selbstheilung ist, die durch eine positive Einstellung und Sinnerfahrung maßgeblich unterstützt wird. Die Hirnforschung belegt durch die Entdeckung der Neuroplastizität, dass regelmäßige spirituelle Praxis, wie Meditation oder Achtsamkeit, das Gehirn strukturell verändert, etwa durch eine Verdichtung der grauen Substanz im Hippocampus und eine Reduktion der Aktivität in der Amygdala, was Stress- und Angstreaktionen mindert.
Neue naturwissenschaftliche Denkansätze, insbesondere aus der Quantenphysik (z. B. durch David Bohm oder Fritjof Capra), unterstützen ein ganzheitliches Weltbild, in dem Geist und Materie nicht mehr als getrennte Dualitäten, sondern als miteinander verschränkte Systeme gesehen werden.
Psychosomatische Kliniken und Reha-Zentren integrieren heute routinemäßig Yoga und Meditation in ihre Behandlungspläne, um im therapeutischen Wettbewerb bestehen zu können.
Trotz dieser Öffnung bleibt in Teilen der akademischen Welt eine Skepsis bestehen, die oft auf der Sorge vor dogmatischen Glaubenssätzen oder unkritischer Esoterik beruht. Eine offene, säkulare und introspektive Spiritualität, die auf persönlicher Erfahrung basiert, harmoniert jedoch zunehmend mit dem Wertekanon der modernen Psychotherapie.
Sie begleiten seit Jahrzehnten Menschen in intensiven Bewusstseinsprozessen. Welche Veränderungen beobachten Sie in der heutigen Zeit im Umgang mit Spiritualität, innerer Suche und seelischer Entwicklung?
Walch: In den letzten Jahren hat die Integration von Psychotherapie und Spiritualität in der wissenschaftlichen Welt deutlich an Beachtung gewonnen. Wir befinden uns in einer Zeit, die von einer eigenartigen Ambivalenz geprägt ist: Einerseits nehmen Desorientierung, Gewalt und religiöser Fanatismus zu, andererseits wächst die Sehnsucht nach Solidarität, Liebe und echten spirituellen Erfahrungen. Die Krise der traditionellen Kirchen hat dabei zu einem verstärkten Interesse an einer säkularen, dogmenfreien und introspektiven Spiritualität geführt, die auf persönlicher Erfahrung basiert.
Gleichzeitig bringt die heutige Zeit neue Herausforderungen mit sich, wie den Druck zur ständigen Selbstoptimierung und einem digitalen Overkill, durch den die Wahrnehmungssensibilität und der unmittelbare menschliche Kontakt zu verkümmern drohen. Vor diesem Hintergrund haben sich Konzepte wie Achtsamkeit, Mitgefühl und Weisheit in vielen psychotherapeutischen Richtungen als positive Haltungen etabliert. Sogar in der Wirtschaft beginnen Führungskräfte vermehrt, sich mit spirituellen Themen auseinanderzusetzen, um in einer beschleunigten Welt innere Balance und neue Wege der Führung zu finden. Spiritualität wird heute weniger als Flucht vor der Welt, sondern vielmehr als eine Vertiefung und Veredelung des Alltags begriffen.
Ihr Buch enthält zahlreiche spirituelle Impulse und Übungen. Können Sie ein Beispiel dafür geben?
Walch: Ein zentrales Beispiel aus meinem Buch ist die von mir entwickelte „Kontemplation der vier Essenzen“, die darauf abzielt, den inneren Kompass wieder auf das Wesentliche auszurichten. Diese Übung wird idealerweise in einer angenehmen Liegeposition und in einer spirituellen Atmosphäre durchgeführt, wobei sie den Übenden unterstützt, sich im größeren Ganzen eingebettet wahrzunehmen.
Die vier Essenzen bauen dabei schrittweise aufeinander auf:
- Der Boden, der trägt: In diesem ersten Schritt lernt man, sich ganz dem Boden, dem Fundament des Hauses und der Erde, die mich tragen, anzuvertrauen, Spannungen loszulassen und die Sicherheit des Getragenseins im Loslassen zu spüren.
- Der Atem, der fließt: Hier wird die Aufmerksamkeit auf den Atem gelenkt, der als „treuer Freund“ den Weg nach innen weist und uns Lebensenergie gibt, die inneren Räume weitet und dem Übenden in seiner Mitte ankommen lässt.
- Das Herz, das sich öffnet: In dieser Phase wird die Herzregion visualisiert, von der milde Ströme des Lichts, der Wärme und der Liebe ausgehen, die das gesamte Innere berühren und weich werden lassen.
- Das Bewusstsein, das frei und weit sein kann: Schließlich wird das Bewusstsein als Raum gewahrt, in dem Gedanken und Bilder auftauchen und wieder losgelassen werden, bis eine weite, leere und transparente Stille entsteht, die im „All-Einen“ aufgeht.
Neben dieser geführten Kontemplation widme ich ein ausführliches Kapitel der stillen Sitzmeditation. Diese universelle Praxis dient dazu, die Gedankenwelt zu beruhigen, das Spürbewusstsein zu verfeinern und das Ego schrittweise zu relativieren, um transparent für das wahre Wesen des Seins zu werden. Ein weiteres praktisches Beispiel ist eine Übung zur Selbstakzeptanz, bei der man zwei Stühle nutzt, um mit abgelehnten Anteilen der eigenen Persönlichkeit, dem sogenannten Schatten, in einen wertschätzenden Dialog zu treten. Das Ziel dieser Arbeit ist es, den „Kampf gegen sich selbst“ zu beenden und durch die Integration dieser Anteile neue Lebenskraft freizusetzen.
Sie bieten regelmäßig Seminare an. Welche Themen stehen dabei im Vordergrund?
Walch: Ich biete verschiedene Seminarformate an, die auf unterschiedliche Tiefen und Zielsetzungen ausgerichtet sind. Dabei stehen folgende Angebote und Themen im Vordergrund:
- Basisseminare zum Holotropen Atmen: Diese fünftägigen Seminare richten sich an Menschen, die Möglichkeiten ihres Bewusstseins für die eigene Entwicklung ausprobieren und therapeutisch nutzen möchten. Es geht darum, das Holotrope Atmen kennenzulernen, ohne sich sofort für längere Zeiträume zu verpflichten.
- Curriculum: Dies ist eine langfristige Selbsterfahrung in einer fixen Gruppe über vier Jahre. Im Zentrum stehen eine nachhaltige Selbsterforschung, Eigentherapie und Persönlichkeitsentwicklung. Wer das holotrope Atmen selbst professionell anbieten möchte, besucht, neben diesen Selbsterforschungsseminaren auch die Kompetenzseminare.
- Kompetenzseminare: Vermittelt werden Interventionsstrategien wie prozessorientierte Körperarbeit, der Einsatz evokativer Musik, die Aufarbeitung von Erfahrungen sowie der Umgang mit Gruppenphänomenen und Persönlichkeitsstörungen.
- STW-Reihe (Seelische Integration, Transformation und spiritueller Weg): Diese psycho-spirituelle Seminarreihe bietet über dreieinhalb Jahre einen Rahmen zur spirituellen Entwicklung. Hier stehen Meditation, Kontemplation und zentrale Lebensfragen im Fokus, wie etwa die spirituelle Dimension des Sterbens oder das Göttliche in uns. Es wird in diesen Gruppen aber auch holotrop geatmet.
- Vertikales Atmen: Dies ist eine experimentelle Form der Selbsterforschung, die der inneren Dynamik einer Trance- oder Traumreise folgt und eine ruhige Alternative zum klassischen Holotropen Atmen darstellt.
Welche Zielgruppen sprechen Sie an?
Walch: Als Zielgruppen spreche ich ein breites Spektrum an:
- Menschen, die sich für Holotropes Atmen und Arbeit mit veränderten Bewusstseinszuständen interessieren, sowohl Einsteiger als auch erfahrende Teilnehmende.
- Personen in therapeutischen oder beratenden Berufen,Psychotherapeuten, Coaches, Körpertherapeuten, Heilpraktiker und Menschen in sozialen Berufen profitieren von ihren persönlichen Erfahrungen, den theoretischen Hintergründen, Fallbeispielen und praktischen Hinweisen.
- Menschen in Lebenskrisen, in Übergangsphasen oder solche, die vor existenziellem Entscheidungen stehen.
- Wer sich in einer Phase der Neuausrichtung, des Umbruchs oder der inneren Suche befindet, kann in den Seminaren Orientierung, Verständnis und hilfreiche Impulse für den eigenen Prozess finden.
- Spirituell Suchende. Menschen mit Interesse an Bewusstseinserweiterung und solche, die alternative Wege der Selbsterforschung suchen.
Grundsätzlich sind diese Seminare für Menschen gedacht, die sich selbst erforschen, seelische Wunden heilen, den eigenen Lebensalltag vertiefen, brachliegende Potenziale verwirklichen, den eigenen Horizont, nach dem Sinn des Lebens suchen und eine emanzipative Form von Spiritualität praktizieren möchten.
Was ist für Sie persönlich der Sinn des Lebens?
Walch: Für mich persönlich ist der Sinn des Lebens untrennbar mit dem Prozess der Selbstverwirklichung und der Suche nach Antworten auf die fundamentale Frage „Wer bin ich wirklich?“ verbunden. Es geht darum, die latenten Möglichkeiten des eigenen Wesens zu entfalten und sich in Richtung einer fortschreitenden Ganzheit zu entwickeln. Dabei hilft mir meine Überzeugung, dass ich dem Leben, so wie es sich vollzieht, grundsätzlich vertrauen kann, auch in widrigen Umständen.
Ein erfülltes und sinngebendes Leben bedeutet für mich, das eigene Handeln nicht nur an persönlichen Zielen auszurichten, sondern sich dem größeren Ganzen zur Verfügung zu stellen. Wenn das Ego zurücktritt, wird eine spirituelle Kraft, für mich die innere Weisheit, zugänglich und äußert sich unter anderem in Mitgefühl und Achtsamkeit der gesamten Schöpfung gegenüber.
Weitere Informationen unter: www.walchnet.de
Foto: Sylvester Walch © Sylvester Walch; Buch-Cover: © Patmos Verlag
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