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Klassiker: „Leben nach dem Tod“ von Raymond A. Moody

30. Oktober 2016 0 comments
„Leben nach dem Tod“ von Raymond A. Moody

Raymond A. Moody gilt als Pionier der Nahtodesforschung und hat das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sein 1975 erstmals veröffentlichtes Buch „Leben nach dem Tod: Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung“ ist unbestritten der Klassiker auf diesem Gebiet. Der US-amerikanische Psychiater und Philosoph war einer der ersten, der die Erlebnisse von Patienten, die klinisch tot waren und dann wiederbelebt wurden, systematisch und wissenschaftlich untersuchte. Dabei zeigte sich eine hohe Übereinstimmung der Berichte.

Forschungspionier auf dem Gebiet der Nahtod-Erfahrung

Der Zufall brachte Raymond A. Moody während seines Studiums in den 1970er Jahren mit dem spannenden Thema Nahtod-Erfahrung in Berührung. Ein zunächst für klinisch tot erklärter und dann wiederbelebter Medizinprofessor, George Ritchie, berichtete Moody, wie er sein eigenes Sterben und Totsein erlebt hatte. Moody begann sich stärker für dieses Thema zu interessieren und stellte fest, dass zur damaligen Zeit noch keine Forschungsarbeiten vorlagen. So betrat er selbst das wissenschaftliche Neuland der Thanatologie und begann, Nahtod-Berichte systematisch zu untersuchen. Während seiner fünfjährigen Untersuchung gelang es Dr. Moody, rund 150 solcher Fälle ausfindig zu machen. Menschen, die klinisch tot gewesen waren, dann aber doch weitergelebt hatten und von ihrer Erfahrung jenseits der Grenze berichten konnten. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten publizierte er im Jahr 1975 unter dem Originaltitel „Life After Life“. Moody stellte fest, dass zahlreiche betroffene Menschen an der Schwelle des Todes die gleichen oder ähnliche Erlebnisse hatten. Dabei kristallisierte sich ein vorherrschendes Muster heraus.

Was passiert nach dem Tod?

An der Schwelle des Todes hören die Menschen zunächst ein unangenehmes Geräusch, wie ein Läuten oder Brummen, bevor sie sich durch einen langen, kleinen, dunklen Tunnel bewegen. Danach finden sie sich plötzlich außerhalb ihres Körpers wieder und beginnen, ihre Umgebung wahrzunehmen. Während die Betroffenen langsam mit dem neuen Zustand vertraut werden, erkennen sie, dass sie weiterhin eine Art feinstofflichen Körper besitzen, der sich allerdings vom menschlichen Körper unterscheidet. Schließlich nähern sich andere Wesen, meist bekannte Verstorbene, und begrüßen den betroffenen Menschen.

     

 

Gefühl umfassender Freude und Liebe

Zudem erscheint ein Lichtwesen, das gelegentlich mit Christus oder anderen religiösen Figuren gleichgesetzt wird. Dieses Lichtwesen richtet dann wortlos eine Frage an den Sterbenden, die ihn zu einer Bewertung des eigenen Lebens führen soll. Es folgt eine zeitlose Rückschau über das eigene Leben. Danach nähert sich der betroffene Mensch einer Schranke, die die Scheidelinie zwischen Leben und Tod symbolisiert. Er empfindet ein Gefühl umfassender Freude, Liebe und des Friedens. Dort erkennt der Sterbende widerstrebend, dass er wieder ins Leben zurückkehren muss. Die Nahtodeserfahrung ist für die meisten Menschen ein intensives, einschneidendes Erlebnis, das nicht ohne Folgen für ihr weiteres Leben bleibt. Seit dieser Erfahrung nehmen die betroffenen Personen das Leben tiefer und bewusster wahr und setzen sich mehr mit großen philosophischen Grundfragen auseinander. Sie besitzen auch eine neue Sicht auf den Tod. Menschen, die immer Angst vor dem Tod hatten, sind nun entspannt und furchtlos.

Fazit: Empfehlenswerter Klassiker 

Raymond A. Moodys Werk „Leben nach dem Tod: Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung“ ist der unbestrittene Klassiker auf dem Gebiet der Nahtodesforschung und unbedingt empfehlenswert für jeden, der sich für das Thema Sterben und Tod interessiert. Der US-amerikanische Mediziner und Philosoph setzt sich wissenschaftlich und systematisch mit dem Thema auseinander und wägt seine Erkenntnisse kritisch ab. Zudem ist das Buch spannend und unterhaltsam zu lesen. Die deutsche Ausgabe ist in der 14. Auflage (Januar 2013) im Rowohlt Taschenbuch Verlag erhältlich. Die erweiterte Neuausgabe enthält ein Vorwort von Melvin Morse und Elisabeth Kübler-Ross.

Zum Autor: Raymond A. Moody

Raymond A. Moody wurde am 30. Juni 1944 in Porterdale im US-Bundesstaat Georgia geboren. Der Psychiater und Philosoph hat sich intensiv mit Forschungen im Grenzbereich zwischen Leben und Tod beschäftigt. Moody studierte am Medical College of Georgia in Augusta Medizin, promovierte 1976 und arbeitete bis 1985 als forensischer Psychiater in einer eigenen Praxis. Daneben unterrichtete er auch Philosophie an der East Carolina University in Greenville.

Bilder: Unsplash, Amazon

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