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Stephen Hawking: „Kurze Antworten auf große Fragen“

24. Januar 2019 0 comments
Astronaut im All mit Planet Erde

In seinem letzten Buch gibt Stephen Hawking „Kurze Antworten auf große Fragen“ der Menschheit, wie etwa: Gibt es einen Gott? Wie hat alles angefangen? Wie gestalten wir unsere Zukunft? Der Astrophysiker gilt als größter Wissenschaftler unserer Zeit. Er befasste sich mit der Erforschung des Universums, dem Urknall, Schwarzen Löchern, der Quantenmechanik und brachte bahnbrechende Erkenntnisse in der Kosmologie hervor. Von seinen körperlichen Einschränkungen ließ er sich nicht unterkriegen und kämpfte mit Tapferkeit, Optimismus und Humor dagegen an. Wie kaum ein anderer Wissenschaftler war er in der Lage, komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen und die Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern. Das Buch erschien im Herbst 2018, ein halbes Jahr nach seinem Tod. Hier lesen Sie die wichtigsten Kernaussagen und Zitate aus „Kurze Antworten auf große Fragen“ von Stephen Hawking.

Stephen Hawking: Revolutionärer Wissenschaftler aus Leidenschaft

Der britische Physiker Stephan Hawking war ein brillanter Naturwissenschaftler mit Leib und Seele, der zutiefst von Physik, Kosmologie, dem Universum und der Zukunft der Menschheit fasziniert war. Angetrieben von grenzenloser Neugier, Weisheit und Kreativität hat er zu einem besseren Verständnis des Universums beigetragen.

Er hat versucht, mithilfe der Theoretischen Physik einige der fundamentalen Fragen zu beantworten. Dabei war ihm immer wichtig, den Elfenbeinturm der Wissenschaft zu verlassen und seine Begeisterung für diese großen Fragen und seinen Enthusiasmus mit allen Menschen zu teilen.

 

Stephen Hawking im Rollstuhl bei einem Vortrag

 

„Kurze Antworten auf große Fragen“: Das Vermächtnis von Stephen Hawking

In seinem letzten Buch „Kurze Antworten auf große Fragen“ beschäftigt er sich mit den wichtigsten Themen unserer Zeit und den grundlegenden Fragen zum Ursprung und der Zukunft der Menschheit. Basis seiner Überlegungen war für ihn stets die Naturwissenschaft – insbesondere die theoretische Physik – und der neueste Stand der Forschung.

Das Werk ist aus seinem persönlichen Archiv heraus entstanden – aus Reden, Interviews, Essays und Stellungnahmen zu den großen Fragen, mit denen er sich bis zu seinem Tod beschäftigte.

Hier die Kapitel im Überblick:

  • Gibt es einen Gott?
  • Wie hat alles angefangen?
  • Gibt es anderes intelligentes Leben im Universum?
  • Können wir die Zukunft vorhersagen?
  • Was befindet sich in einem Schwarzen Loch?
  • Sind Zeitreisen möglich?
  • Werden wir auf der Erde überleben?
  • Sollten wir den Weltraum besiedeln?
  • Wird uns Künstliche Intelligenz überflügeln?
  • Wie gestalten wir unsere Zukunft?

Wie kaum einem anderen Wissenschaftler gelingt es ihm, die dafür relevanten Grundlagen der theoretischen Physik wie Einsteins Relativitätstheorie und die Quantenmechanik relativ verständlich und mit einfachen Vergleichen zugänglich zu machen.

Appell an die Eliten: “Wir können es schaffen!”

Dabei appelliert er an die Eliten in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, aber auch an jeden einzelnen Menschen, den Fortschritt in positive Bahnen zu lenken und unseren bedrohten Heimatplaneten Erde besser zu schützen.

Lasst uns darum kämpfen, dass jede Frau und jeder Mann die Chance bekommt, ein gesundes und sicheres Leben voller Chancen und Liebe zu führen. Wir alle sind Zeitreisende, die gemeinsam auf dem Weg in die Zukunft sind. Lasst uns also gemeinsam daran arbeiten, aus dieser Zukunft einen Ort zu machen, den wir gerne besuchen. Seid tapfer, neugierig, entschlossen und überwindet alle Widrigkeiten! Wir können es schaffen!

Zitat Stephen Hawking

 

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Buch Cover Stephen Hawking: „Kurze Antworten auf große Fragen“

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Die große Frage: Gibt es einen Gott?

Die Frage, ob es einen Gott gibt, der alles erschaffen hat oder ob sich das Universum und die Welt rein naturwissenschaftlich erklären lassen, ist ein wichtiger Aspekt des Buches. Schließlich wurden seit Anbeginn der Menschheit die fundamentalen Fragen gestellt: Warum sind wir hier, woher kommen wir?

Die Religionen waren ein früher Versuch, Antworten auf die Fragen zu finden, die wir alle stellen, so Stephen Hawking. Vor langer Zeit lautete die fast immer gleiche Antwort: Die Götter oder Gott haben alles geschaffen. Die Menschen glaubten an übernatürliche Wesen, um sich Naturerscheinungen wie Gewitter, Stürme oder Sonnenfinsternisse zu erklären.

Doch im Laufe der Zeit und mit zunehmendem technischen Fortschritt konnten immer mehr Fragen von der Naturwissenschaft beantwortet werden, die einst in die Zuständigkeit der Religion fielen.

Für Stephen Hawking liefert die Naturwissenschaft heute jedoch bessere und schlüssigere Antworten auf alle Fragen. Dabei ist es ihm wichtig, die Gefühle religiöser Menschen nicht zu verletzen: „Ich habe gar nichts gegen Gott. Auf keinen Fall möchte ich den Eindruck erwecken, in meiner Arbeit gehe es darum, die Existenz Gottes zu beweisen oder zu widerlegen. Meine Forschung hat zum Ziel, ein rationales Bezugssystem zu finden, um das Universum zu verstehen“, schreibt Hawking.

Die Naturgesetze reichen aus

Er ist davon überzeugt, dass uns die Naturgesetze zeigen, ob wir einen Gott brauchen, um das Universum zu erklären. Entscheidend ist für Stephen Hawking die Tatsache, dass diese physikalischen Gesetze nicht nur unveränderlich, sondern auch universell sind und nicht gebrochen werden können. Welche Rolle bleibt dann für Gott?

Daraus folgert Hawking, dass man Gott als die Verkörperung der Naturgesetze definieren könnte. Und so verwendet er das Wort Gott wie Einstein in einem unpersönlichen Sinn für die Naturgesetze.

Wenn Sie möchten, können sie sagen, die Gesetze seien ein Werk Gottes, aber dann handelt es sich eher um eine Definition Gottes, als um einen Beweis für seine Existenz.

Zitat Stephen Hawking

 

Weltall, Sterne, pleiades star cluster

 

Wie hat Alles angefangen?

Der letzte verbleibende Bereich, den die Religion heute noch für sich beanspruchen kann, ist der Ursprung des Universums. Aber selbst hier macht die Wissenschaft Fortschritte und dürfte schon bald mit Gewissheit beschreiben können, wie das Universum angefangen hat, erklärt Stephen Hawking.

Anfang der 1960er Jahre lautete die große Frage in der Kosmologie: Hat das Universum wirklich einen Anfang?

Viele Wissenschaftler lehnten den Gedanken instinktiv ab, weil sie glaubten, ein Moment der Schöpfung sei ein Punkt, über den die Wissenschaft nichts mehr aussagen könne. Man müsse sich an die Religion und die Hand Gottes halten, um zu bestimmen, wie das Universum begonnen haben könnte.

Zitat Stephen  Hawking

Demgegenüber stand die Annahme, die bereits der griechische Philosoph Aristoteles vertrat, das Universum gebe es seit aller Ewigkeit. So könnte man den Gedanken an eine göttliche Intervention vermeiden, die erforderlich gewesen wäre, um das Universum zu erschaffen und in Gang zu setzen.

Doch heute gilt aus wissenschaftlicher Sicht die Theorie des Urknalls am wahrscheinlichsten. Der Urknall bezeichnet den Beginn des Universums und den Anfangspunkt der Entstehung von Materie, Raum und Zeit. Doch wenn das Universum einen Anfang hat: Was hat den Urknall ausgelöst? Brauchen wir Gott als erste Ursache oder ersten Beweger des Universums? Hat Gott die Quantengesetze geschaffen, die den Urknall ermöglichten? Brauchen wir einen Gott, der alles so arrangiert, dass der Urknall knallt?

“Das Universum ist spontan aus dem Nichts entstanden”

Stephen Hawking ist davon überzeugt, dass wir mithilfe der Naturgesetze in der Lage sind, die großen Rätsel des Urknalls zu lösen: Was vor dem Anfang geschah und wie sich ein vollständiges, riesiges Universum voll Raum und Energie aus dem Nichts materialisieren kann.

Raum und Energie wurden während eines Ereignisses spontan erzeugt, das wir heute Urknall nennen. Im Augenblick des Urknalls entstand ein vollständiges Universum und mit ihm der Raum.

Im Augenblick des Urknalls geschah etwas Wunderbares mit der Zeit. Sie begann. Vor dem Urknall gab es keine Zeit. Damit haben wir endlich etwas gefunden, was keine Ursache hat, weil es keine Zeit gab, in der eine Ursache hätte existieren können. Nach meiner Ansicht folgt daraus, dass keine Möglichkeit für einen Schöpfer bleibt, weil es keine Zeit für die Existenz eines Schöpfers gibt.

Ich denke, das Universum ist spontan aus dem Nichts entstanden, aber ganz in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen. Dabei ist die physikalische Grundannahme der wissenschaftliche Determinismus. Ist zu einem gegebenen Zeitpunkt der Zustand des Universums bekannt, legen die wissenschaftlichen Gesetze fest, wie es sich weiterentwickelt.

Die Gesetze mögen von Gott erlassen worden sein oder nicht, aber er kann nicht eingreifen, um die Gesetze zu brechen, andernfalls wären es keine Gesetze. Das lässt Gott immer noch die Freiheit, den Ausgangszustand des Universums zu wählen, aber selbst zu diesem Zeitpunkt scheint es Gesetze geben zu können. Und damit hätte Gott überhaupt keine Freiheit mehr.

Zitate Stephen Hawking

 

Bild einer Spiralgalaxy im Weltraum

 

Ist Stephen Hawking ein gläubiger Mensch?

Es steht uns frei zu glauben, was wir wollen. Meiner Ansicht nach lautet die einfachste Erklärung, dass es keinen Gott gibt. Niemand hat das Universum geschaffen und niemand lenkt unsere Geschicke. Das führt zu einer weitreichenden Erkenntnis: Es gibt wahrscheinlich keinen Himmel und kein Leben nach dem Tod. Wir haben nur dieses Leben, um den großen Plan des Universums zu würdigen, und dafür bin ich außerordentlich dankbar.

Doch es wäre ein wahrhaft leeres Universum ohne die Menschen, die ich liebe und die mich lieben. Ohne sie würden mir die Wunder des Kosmos nicht das Geringste bedeuten.

Zitate Stephen Hawking

Werden wir auf der Erde überleben?

In seinem Buch „Kurze Antworten auf große Fragen“ geht Stephen Hawking auch auf die größten aktuellen Probleme der Welt ein und erläutert die Folgen und Gefahren des menschlichen Fortschritts, vom Klimawandel bis hin zu künstlicher Intelligenz. Essentiell ist für ihn die Mahnung, unseren Heimatplaneten besser vor den Gefahren unserer Gegenwart zu schützen.

Stephen Hawking hält es für überlebenswichtig, Antworten auf drängende Fragen zu finden: Wie werden wir eine ständig wachsende Weltbevölkerung ernähren? Für sauberes Wasser sorgen, erneuerbare Energie erzeugen, Krankheiten verhindern und heilen sowie die globale Klimaerwärmung drosseln?

Dabei richtet er einen großen Appell an politische Machthaber und jeden Einzelnen von uns, unseren bedrohten Heimatplaneten besser zu schützen.

Ich hoffe, dass sich, wenn ich gegangen bin, Menschen mit Einfluss und Macht finden, die Kreativität, Mut und Führungsqualitäten besitzen. Mögen sie die Kraft haben, die Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu erreichen, und nicht aus Eigennutz handeln, sondern im Interesse des Gemeinwohls. Ich weiß nur zu gut, wie kostbar die Zeit ist. Nutzt den Augenblick! Handelt jetzt!

Zitat Stephen Hawking

Die junge Generation für Naturwissenschaften begeistern

Seine Hoffnung ist, dass Wissenschaft und Technik Antworten auf diese Fragen liefern werden. Doch um die großen Herausforderungen in den Griff zu kriegen, ist für Hawkins eine junge Generation erforderlich, die interessiert, engagiert und wissenschaftlich gebildet ist. Dabei ist es wichtig, für ein größtmögliches junges Publikum innovative, offene Wege zu schaffen und bei ihnen die Begeisterung für das Forschungsgebiet Naturwissenschaften zu wecken.

Denkt also daran, zu den Sternen zu schauen und nicht auf eure Füße. Versucht zu verstehen, was ihr seht, und fragt euch, wie das Existieren des Universums möglich ist. Seid neugierig! Und ganz egal, wie schwierig euch euer Leben vorkommt: Es gibt immer etwas, das ihr tun – das ihr erfolgreich tun könnt. Gebt nie auf, das ist am wichtigsten! Lasst eurer Phantasie freien Lauf! Gestaltet die Zukunft!

Zitat Stephen Hawking

 

Stephen Hawking: Unbezwingbarer Überlebenswille trotz schwerer, unheilbarer Krankheit

 

Stephan Hawking vor einem Flugzeug der Nasa

 

Äußerst bewundernswert an Stephen Hawking ist auch sein unbeugsamer Mut und Lebenswille, mit dem er sich seiner schweren unheilbaren Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose stellte und niemals aufgab. Bereits im Studentenalter wurde bei ihm 1963 die degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems diagnostiziert. Dabei verlieren die Menschen allmählich die Fähigkeit, ihre Bewegungen zu steuern, zu sprechen, zu essen und schließlich zu atmen.

Die Ärzte prognostizierten ihm einen frühen Tod. Doch Hawking schaffte es, mehr als 50 Jahre mit seiner Krankheit zu leben: Er legte eine wissenschaftliche Bilderbuch-Karriere hin und gründete eine Familie. Er war zweimal verheiratet und wurde Vater von drei Kindern.

Und das, obwohl ihn die Krankheit körperlich immer mehr einschränkte. Sieben Jahre nach der Diagnose saß er bereits in einem elektrischen Rollstuhl, 1985 konnte er sich nur noch mithilfe eines Sprachcomputers verständigen. Und auch, als er mit 75 Jahren vollständig gelähmt war und nur noch einige wenige Gesichtsmuskeln bewegen konnte, ging er weiter seiner Arbeit nach.

“Wo Leben ist, da ist auch Hoffnung”

In einem Interview mit der BBC, das die “Welt” zitiert, erklärte Stephen Hawking:

Ich bin der Archetypus eines behinderten Genies. Die Menschen sind fasziniert von dem Gegensatz zwischen meinen extrem eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten und den gewaltigen Ausmaßen des Universums, mit dem ich mich beschäftige.

Zitat Stephen Hawking

In seinem aktuellen Buch beschreibt er auch, wie er die Kraft fand, weiterzumachen und niemals aufzugeben, als er mit 21 Jahren von den Ärzten erfuhr, dass er nur noch 5 Jahre zu leben habe:

Meine Krankheit schien rasch voranzuschreiten. Verständlicherweise deprimierte mich das. Ich sah keinen Sinn mehr darin, meine Promotionsforschung fortzusetzen, da ich nicht wusste, ob ich lange genug leben würde, um sie zu beenden. Doch dann verlangsamte sich der Krankheitsverlauf, und ich wandte mich wieder begeistert meiner Arbeit zu. Jetzt wurde mir jeder neue Tag zum Geschenk, nachdem meine Erwartungen auf null gesunken waren… Ich begann, mich über alles zu freuen, was ich hatte. Wo leben ist, da ist auch Hoffnung.

Zitat Stephen Hawking

 

Stephen Hawking und Präsident Barack Obama im Weissen Haus

 

Stephen Hawking: Genie und Popstar der Wissenschaft

Der brillante und revolutionäre Astrophysiker Stephen Hawking gilt als der größte Wissenschaftler unserer Zeit. An der Universität Cambridge hatte er von 1979 bis 2009 den renommierten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik im Fachbereich für angewandte Mathematik und theoretische Physik inne.

Einer seiner Vorgänger auf diesem Posten war im 17. Jahrhunderts Isaac Newton. Für seine Forschungsarbeiten zur Kosmologie, zu Schwarzen Löchern und zur allgemeinen Relativitätstheorie hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten und war Mitglied der Royal Society sowie der US National Academy of Sciences.

Der breiten Öffentlichkeit wurde Stephen Hawking 1988 nach der Veröffentlichung seines populärwissenschaftlichen Buches „Eine kurze Geschichte der Zeit“ bekannt, das in über 40 Sprachen übersetzt wurde. Weitere weltweite Bestseller folgten, wie „Das Universum in der Nussschale“ sowie „Eine kurze Geschichte des Universums“.

Nach dem Erscheinen seiner Autobiografie 2013 gab es TV-Dokumentationen und schließlich wurde 2014 sein Leben verfilmt. „Die Entdeckung der Unendlichkeit“. Eddie Redmayne erhielt für seine Rolle als Stephen Hawking einen Oscar als bester Hauptdarsteller.

Schließlich starb Stephen Hawking am 14. März 2018 im Alter von 76 Jahren. Er wurde in der Westminster Abbey beigesetzt, zwischen zwei weiteren Größen der Wissenschaft: Isaac Newton und Charles Darwin. Als Vermächtnis ist im Herbst 2018 sein letztes und äußerst lesenswertes Buch erschienen, in dem Stephen Hawking „Kurze Antworten auf große Fragen“ der Menschheit gibt.

Fotos: Stephen Hawking: NASA, Bundesregierung der Vereinigten Staaten / Weitere: Unsplah, Pixabay

 

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