Gott & die Welt

Die Pascalsche Wette: Im Zweifel doch lieber an Gott glauben

5. April 2017 1 Comment
Sinn des Lebens Schöpfung

Der Glaube an Gott kann für viele Menschen ein unerschöpflicher wichtiger Kraftquell in schwierigen Situationen sein. Und eine klare Antwort auf den Sinn des Lebens.Doch während sich überzeugte Gläubige genauso wie überzeugte Atheisten klar für ein Weltbild entschieden haben, so bleibt es für Agnostiker und Zweifler schwierig, sich eindeutig auf eine Seite zu stellen. Sie wissen nicht, was sie tun sollten. Auch ein Dilemma für die Frage nach dem Sinn des Lebens an sich. Einen interessanten Ansatz dazu bietet die Pascalsche Wette.

Weder eine göttliche Schöpfung, noch eine rein zufällige Entstehung des Universums können wissenschaftlich bewiesen werden. Sie sind reine Glaubenssache, inspiriert von unserer Intuition und unserem Gefühl. Ganz sicher weiß der Mensch nur eines wirklich über seine Existenz: Dass er ohne seinen Willen geboren wurde, irgendwann sterben wird und dass er nur eine kurze Lebensspanne vor sich hat, sagt der Psychoanalytiker Erich Fromm.

Gläubige, Atheisten und Zweifler

 

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Ob es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, wissen wir nicht. Wir können nur daran glauben oder eben auch nicht. Die Wahrheit werden wir letztlich erst nach unserem persönlichen Tod erfahren, egal, ob wir Gläubige oder Atheisten sind. Nur dann werden wir wissen, ob das Bewusstsein und die Seele weiter existieren, in welcher Form auch immer. Oder ob der Lichtschalter für immer ausgeknipst wird, wir in ewigen Schlaf fallen, wir kein Bewusstsein mehr haben und es ist, als hätten wir niemals existiert.

Optionen zur Gottesfrage: Die Pascalsche Wette

Für Agnostiker und Zweifler gab der französische Philosoph Blaise Pascal im 17. Jahrhundert einen interessanten Denkanstoß: die Pascalsche Wette. Demnach ist es vernünftig, sicherheitshalber doch an Gott zu glauben – da dieser gegebenenfalls den Glauben belohnt und den Nichtglauben bestraft.Wie kommt er darauf?

Dieser Antwort legte Pascal eine logische Schlussfolgerung zugrunde: Angenommen, es sei sicher, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder Gott existiert oder er existiert nicht. „Für welche Seite werden wir uns entscheiden?“, fragte Pascal. Dieser Entscheidung oder Wette, so betont er, könne sich niemand entziehen.

 

Klare Entscheidung für eine Seite

 

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Man muss sich also klar für eine Seite entscheiden, wie bei dem Wurf einer Münze für Kopf oder Zahl. Es gibt nur diese zwei Optionen, nichts dazwischen. „Wenn Sie nicht wetten, dass es Gott gibt, müssen Sie wetten, dass es ihn nicht gibt (und umgekehrt). Wofür entscheiden Sie sich?“. Die Vernunft spricht dafür, auf Gott zu setzen, sagte Pascal. Wenn es Gott wirklich gibt, gewinnt man alles – und wenn nicht, verliert man nichts. Im Sinne der Pascalschen Wette gibt es nur vier Möglichkeiten.

 

Blaise Pascals Analyse der möglichen Optionen zur Gottesfrage kommt zu folgendem Ergebnis:

  • Man glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man belohnt (Himmel – man hat gewonnen).
  • Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man nichts (verliert aber auch nichts).
  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man ebenfalls nichts (verliert aber auch nichts).
  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man bestraft (Hölle – man hat verloren).

 

Pascalsche Wette der Sinn des Lebens inspirierende Zitate

Fazit der Pascalschen Wette:

Aus dieser Analyse der Möglichkeiten folgerte Pascal, dass es besser sei, bedingungslos an Gott zu glauben. So hat man nichts zu verlieren.Trotz seiner rational geprägten Wette ließ sich Blaise Pascal in Glaubensfragen auch von Intuition und Gefühlen leiten, wie folgendes Zitat zeigt: „Es ist aber das Herz, das Gott spürt, und nicht die Vernunft. Das aber ist der Glaube: Gott im Herzen spüren und nicht in der Vernunft.“

 

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1 Comment

Zeka 16. Mai 2017 at 20:16

Dem Fazit aus der Pascalschen Wette liegen falsche Annahmen zugrunde. Wie Sie oben schreiben: „Angenommen, es sei sicher, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder Gott existiert oder er existiert nicht.“ Dann führt das zu dem Ergebnis, dass man die Wahrscheinlichkeit einer göttlichen Bestrafung minimiert, wenn man glaubt. Das ist logisch nachvollziehbar, aber nur dann, wenn man die Realität modelliert und vereinfacht.

Denn es ist ja nun so, dass ja nicht nur die Existenz eines einzigen Gottes zur Disposition steht. Was Pascal nicht bedenkt, ist, dass er durch den Glauben an einen falschen Gott am Ende auch bestraft wird. Die Frage ist also nicht nur ‚Glauben oder nicht Glauben‘, sondern vielmer, an welchen der über der 4000 aktuell angebeteten Götter man glaubt. Die Wahrscheinlichkeit, falsch zu liegen ist verdammt hoch und für Gläubige nur um annäherungsweise ein Viertausendel geringer als für Atheisten.
Schließlich sind alle Monotheisten auch Atheisten, wenn es um all die anderen Götter geht. Echte Atheisten gehen nur einen kleinen Schritt weiter und sehen alle Religionen als das, was sie sind: „Big time, major league bullshit“ (George Carlin).

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