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Interview mit Sabine Spethling, tunes&wings: „Den Traum zum Beruf machen“

16. Februar 2018 0 comments
Interview mit Sabine Spethling, tunes&wings: „Den Traum zum Beruf machen“

Mit ihrem Online-Magazin tunes&wings hat Sabine Spethling ihren Traum zum Beruf gemacht. Hier verbindet sie ihre Leidenschaft für Musik und Reisen, zeigt die Hot Spots der internationalen Techno-Szene und interviewt renommierte DJs und spannende Protagonisten der Community. Anfang Februar hat die Bankkauffrau und studierte Marketing- und Kommunikationsmanagerin ihren Job in einer Immobilienfirma aufgegeben und den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Im Interview erklärt Sabine Spethling, wie sie ihren Traum zum Beruf gemacht hat, wie sie mit dem Risiko des Scheiterns umgeht und welche Philosophie hinter tunes&wings steckt.

Frau Spethling, Sie haben am 1. Februar mit tunes&wings den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Wie fühlen Sie sich in der Anfangsphase als Entrepreneur?

Spethling: Ich habe Schmetterlinge im Bauch und stecke voll freudiger Erwartung, bin voller Energie und Tatendrang. Es ist ein unglaublich kraftvolles Gefühl, jetzt auch wirklich durchstarten und etwas bewegen zu können. Natürlich schleicht sich hin und wieder auch die kritische Frage ein, ob alles wirklich so klappen wird, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber unterm Strich überwiegt ganz klar das positive Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben – egal was die Zukunft bringt.

 

Interview mit Sabine Spethling, tunes&wings: „Den Traum zum Beruf machen“

Quelle: tunes&wings, Fotograf: Tim Köck

 

Wie kann ich herausfinden, was mein Lebenstraum, meine wahre Berufung ist?

Spethling: In mir steckt unglaublich viel Energie, neue Dinge zu starten und deswegen spüre ich auch eine ständige Unruhe in mir. Man darf sich jedoch nicht verzetteln und jedem Impuls nachgeben sondern muss herausfinden, was wirklich wichtig für einen ist. Wenn ich mich zurückentsinne, wann ich die wichtigen Entscheidungen in meinem Leben getroffen habe, dann war es immer nachdem ich in Ruhe in mich gekehrt bin.

Man muss bereit sein, in sich hinein zu hören und sich Zeit dafür nehmen. Denn die Antworten auf wichtige Fragen wie „Was soll ich tun?“, „Was macht mich glücklich“, „Wie werde ich ein besserer Mensch?“ sind alle schon in jedem einzelnen von uns vorhanden. Die meisten Menschen haben jedoch durch die Erziehung und angelernte Verhaltensmuster oft gar keinen Zugang mehr zu ihrem wahren Wesenskern, zu ihrer Intuition.

Deswegen muss man erst einmal daran arbeiten, zu sich selbst zu kommen und das auch wollen. Hat man den Zugang zu seinem inneren Selbst erst einmal gefunden, dann hört man alle Antworten ganz laut. Man beschäftigt sich damit, folgt seiner Leidenschaft und dann kreiert das Leben Ereignisse, die einen auf dem Weg zum Ziel weiter bringen.

 

Quelle: tunes&wings, Fotograf Tim Köck

 

Wie kann ich echte Lebensträume von vermeintlichen Traumzielen unterscheiden?

Spethling: Es gibt natürlich auch Tagträumer und Traumtänzer, die sich in ihren Phantasien verlieren. Am Ende sollte das Ziel immer eine Verbindung aus Lebenstraum und Machen sein. Aber Träume sind enorm wichtig und gehören einfach zu unserem Leben. Ich muss doch erst einmal träumen, um herauszufinden, was ich wirklich möchte.

Gerade wir Deutschen haben viel zu viele Grenzen in unserem Kopf und denken immer nur daran, was nicht geht. Warum gibt es Menschen, die mega-erfolgreich sind? Weil sie diese Grenzen im Kopf sprengen und an sich glauben. Sobald ich beginne, diese Grenzen abzubauen, ergeben sich auch automatisch Möglichkeiten, so zu leben, wie ich leben möchte.

Welche Philosophie steckt hinter tunes&wings? Was ist Ihr USP?

 

Quelle: tunes&wings

Spethling: Das Besondere meines Online Magazins liegt in der Verbindung von elektronischer Musik und Reisen. Ich tauche weltweit in lokale Techno-Szenen ein, porträtiere diese und schreibe Travelguides für Gleichgesinnte, die dann eine unglaublich schöne Zeit in diesem Land erleben können. Ich besuche Festivals, führe Interviews mit DJs und spannenden Protagonisten der Szene – dabei spielen die Formate Podcast und Video eine große Rolle. Ich möchte zeigen, wie die Menschen ticken und wie es in anderen Ländern zugeht. Ich möchte Leute ansprechen, die diese Musik genauso passioniert hören wie ich.

Mein Ziel ist es, Gleichgesinnte auf der ganzen Welt miteinander zu „connecten“, die auf der Suche nach den besten authentischen Techno-Festivals sind, deswegen ist tunes&wings auch in englischer Sprache aufgesetzt. Ich finde es sehr spannend und bereichernd, andere Kulturen, neue Leute und Lebensgeschichten kennenzulernen.

Dabei ist es mir sehr wichtig, Dinge mit Herz zu porträtieren, die mich wirklich berühren. Es geht nicht darum, einfach die größten Festivals mit mehr als 20.000 Besuchern und großen Namen auf dem Line-up abzuklappern. Meinen Fokus lege ich auf die Festivals, die den echten Spirit der Techno-Community leben, die über die Musik ein Gemeinschaftsgefühl schaffen und liebevoll gestaltet sind. Die ein spezielles Bewusstsein – „Consciousness“ – schaffen. Dagegen stehen sehr kommerziell ausgerichtete und oberflächliche Veranstaltungen bei tunes&wings nicht auf dem Programm.

 

Quelle: tunes&wings, Fotograf Kevin Böhm

 

Welche Zielgruppe sprechen Sie an?

Spethling: Meine Zielgruppe ist die internationale Techno-Community: Etwa Digital Natives, die elektronische Musik lieben, die gerne weltweit Festivals besuchen und die wie ich in ihrem Leben etwas vorantreiben wollen. Es sind genau die Leute, die auch zum Burning Man Festival in die USA fliegen, gutes Essen in Szene-Locations und individuelle Hotel Konzepte jenseits des Massenbetriebs schätzen.

Für diese Community schreibe ich auch meine Travel Guides. Den besonderen Spirit dieser Art zu reisen und in die lokalen Techno-Szene einzutauchen, habe ich zum ersten Mal 2016 in Kapstadt gespürt, eine unglaublich kreative und vielseitige Stadt. Auch in New York bin ich schnell in die Szene hineingekommen, die Leute haben mich überall hin mitgeschleppt. Ich hatte eine schöne Zeit und viele Freundschaften geschlossen, die teils heute noch bestehen.

 

Quelle: tunes&wings

 

Ich verbringe viel Zeit mit der Vorbereitung meiner Reisen und gebe meine Erfahrungen und Insider-Tipps gerne an andere weiter. Wo kann ich am besten essen gehen, was sind die spannendsten Veranstaltungen, wo kann man gut übernachten? Mein Fokus liegt auf besonderen Locations jenseits der Touristenpfade, Insider-Tipps, angesagten Bars und Restaurants, in denen sich die lokale Szene trifft und auf coolen Hotels, die liebevoll und individuell gestaltet sind.

Mein Herz hängt auch stark an Ibiza. Ich meine damit die Magie dieser Insel abseits von Ibiza Stadt und den Touristenplätzen. Es gibt dort so viele kraftvolle Orte in der Natur und wunderschöne Events wie das WooMoon Festival.

 

Quelle: tunes&wings

 

Was fasziniert Sie so an Techno?

Spethling: Auf den Festivals oder in den Clubs kann ich total abschalten. Ich höre die Musik, schließe die Augen, tanze und lasse mich einfach vom Beat treiben. Techno steht ja auch seit den Anfängen Ende der 1980er Jahre für das Motto „Alltag aus“. Da schaffen einige Festival-Organisatoren einfach ein Setting, wo man in eine andere Welt eintauchen und total man selbst sein kann.

Wo es nur auf das Innen und nicht auf das Außen ankommt. Wo man jenseits des stressigen Alltages zum Kern seiner selbst vordringen kann. Dieses Setting schafft man, wenn man eine bestimmte Community zu diesen Veranstaltungen bringt. Es geht nicht darum, dass vorne ein DJ steht, der die Leute bespielt, sondern dass alle ein besonderes gemeinschaftliches Erlebnis teilen.

 

Quelle: tunes&wings, Fotograf: Tim Köck

 

In Podcasts und Videos haben Sie bereits zahlreiche Interviews mit renommierten DJs und Persönlichkeiten aus der Techno-Szene geführt. Was waren Ihre besonderen Highlights?

Spethling: Mir ist sehr wichtig Menschen aus der internationalen Community zu interviewen, die diese Philosophie der Consciousness teilen und genauso eine Liebe zu dem haben was sie tun wie ich. Zu den Highlights zählten bisher Gespräche mit einem der bekanntesten deutschen DJs und Produzenten Oliver Koletzki, dem spanischen Kult-DJ Pippi, der die Festival-Szene in Ibiza mit aufgebaut hat oder mit Valentin Huelo der aktuell auf Ibiza eine starke Stimme in der Community hat und Resident beim WooMoon Festival ist. Ich habe auch einen Yoga Lehrer und DJ interviewt, der in München im Blitz Club eine Yoga-Session in Verbindung mit Techno-Musik durchgeführt hat.

Meine Philosophie ist es, Fragen zu stellen, die noch nicht gestellt wurden, auch entsprechend dem Ansatz von tunes&wings zum Thema Reisen. Mir ist sehr wichtig, diese Menschen wirklich kennenzulernen und zu erfahren, was sie bewegt und antreibt. Ich frage über Dinge im Innen, nicht im Außen.

 

Sabine Spethling im Interview mit dem legendären DJ Pippi auf Ibiza

Sabine Spethling im Interview mit dem legendären DJ Pippi auf Ibiza. Quelle: tunes&wings

 

Was waren vor Ihrer Selbständigkeit die wichtigsten Meilensteine in Ihrem Berufsleben?

Spethling: Mein Start ins Berufsleben war relativ konservativ. Ich bin in Bayern auf dem Land aufgewachsen und da lag eine Lehre als Bankkauffrau nahe. Ich merkte bald, dass die Arbeit in einem Kreditinstitut nicht meine Erfüllung ist, habe dabei aber mein Interesse für Marketing und Events entdeckt. Deswegen bin ich nach meiner Ausbildung bei einer Event Agentur in München eingestiegen, das hat mir sehr gut gefallen. Um meinen theoretischen Background zu stärken, absolvierte ich einen Lehrgang zum Eventmanager und studierte in Kufstein berufsbegleitend Marketing und Kommunikationsmanagement.

2012 habe ich mich das erste Mal selbständig gemacht, sam&co gestartet und als Freelancer Start ups und Agenturen im Bereich Sales, Marketing und Kommunikation unterstützt. Dabei bin auch für das Kabel 1-Format „Abenteuer Leben“ einige Male als Co-Moderatorin vor der Kamera gestanden. Drei Jahre später holte mich einer der Vorstände der Immobilienfirma IC International Campus an Bord. Dort habe ich strategisches Marketing, Produktentwicklung und Business Development gemacht und konnte viel von dem erfahrenen Marketing-Profi lernen.

Wie haben Sie herausgefunden, was Ihnen wirklich Spaß macht und wo Ihre Berufung liegt?

Spethling: Eine wichtige Erfahrung für mich war das Online-Magazin Easywriters, das ich 2014 zusammen mit einem guten Freund aufgebaut habe. Wir haben das einfach just for fun neben dem Beruf gemacht: Videos, Festival-Reportagen und Interviews rund um elektronische Musik. Das hat mir sehr dabei geholfen herauszufinden, was mir wirklich Spaß macht.

Besonders zwei Themen haben mich schon immer fasziniert: Musik und Reisen. Schließlich habe ich mich im Sommer 2016 entschlossen, beides in einem eigenen Projekt zu kombinieren und tunes&wings war geboren. Ich habe es eineinhalb Jahre nebenbei gemacht, bis ich mich zur Selbstständigkeit entschlossen habe.

 

Interview mit Sabine Spethling, tunes&wings: „Den Traum zum Beruf machen“

Quelle: tunes&wings

 

Welche wichtigen Fragen haben Sie für sich geklärt, um diesen Schritt zu wagen und den festen Job, das sichere Einkommen aufzugeben?

Spethling: Bei diesem wichtigen Schritt in die Selbständigkeit ist die Verbindung von Leidenschaft und Vernunft sehr wichtig. Trotz aller Passion bin ich im Grunde ein sehr rationaler Mensch. Ich durchdenke alles zehntausend mal und bin ständig dabei, mich selbst zu reflektieren. Das kann manchmal auch sehr anstrengend sein – ist aber wichtig, um eine richtige Entscheidung zu treffen.

Man muss sich zuallererst fragen, ob die bisherige Berufserfahrung das Rüstzeug für den Neustart liefert oder ob man noch Lücken schließen muss. Ich habe in den letzten Jahren mein Handwerkszeug gelernt, meine Erfahrungen in verschiedensten Bereichen gesammelt und konnte herausfinden, was mir wirklich gefällt, in welche Richtung ich mich weiterentwickeln möchte. Mir wurde klar, ich hatte alle wichtigen Tools für ein eigenes Online Magazin: Expertise in den Bereichen Marketing, Business Development, Sales, Sponsorengewinnung, Events, Videos, Interviews und Podcasts.

Die Essenz daraus ist tunes&wings. Hier kann ich etwas Eigenes machen, mein berufliches Know-how einbringen und mit meiner Leidenschaft für Musik und Reisen verbinden. Schließlich hatte ich dann auch das Selbstbewusstsein zu sagen: Let’s go! Ich habe auch auf meine Intuition gehört, und wusste, das ist jetzt der richtige Weg.

Bis ich wirklich von meinem Projekt leben kann, habe ich mir noch eine finanzielle Absicherung aufgebaut. So arbeite ich als Freelancer und Moderator für Radio BLN.FM und unterstütze Techno-Festival-Organisatoren bei der Sponsoren-Akquise. Das Gute dabei ist, dass ich mich auch hier in meinem Themenumfeld Techno-Musik bewege und das gleiche Netzwerk nutze. Das alles zahlt letztendlich auch auf tunes&wings ein. Aber 100 Prozent Gas gebe ich jetzt für mein eigenes Projekt und kann trotzdem wesentlich mehr Zeit in mein Baby stecken, als bei einem Fulltime-Job.

 

Interview mit Sabine Spethling, tunes&wings: „Den Traum zum Beruf machen“

Quelle: tunes&wings

 

Wie gehen Sie mit dem Risiko zu scheitern und dem Gefühl der Angst um, die ja bei jedem frischgebackenen Entrepreneur immer wieder auftaucht? Gibt es einen „Plan B“?

Spethling: Natürlich kann sich kein Gründer in der Startphase seines Unternehmens der ab und zu auftauchenden Angst vor dem Scheitern entziehen, auch wenn er alles noch so rational durchgeplant hat. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Die beste Möglichkeit, diese Angst in den Griff zu kriegen ist, sich einmal gründlich den Worst Case auszumalen und sich zu überlegen, wie es dann weitergehen würde, welchen „Plan B“ man hat.

Ich weiß für mich, wenn es hart auf hart kommt, dann kann ich zurück zu meinen Eltern ziehen und mir wieder eine Festanstellung suchen. Schließlich habe ich eine Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium und eine Menge Berufserfahrung im Hintergrund. Damit füttere ich meinen Kopf, wenn etwas Angst aufkommt und sage mir: Selbst im Ernstfall habe ich nichts zu verlieren. Dann kann ich wieder freier agieren und es kann weitergehen. Diese Angst in uns hat auch ihr Gutes, ist auch dazu da, um uns zu beschützen. Aber wir müssen auch an uns selbst glauben.

Was sind die nächsten Punkte auf Ihrer Agenda?

Spethling: In erster Linie natürlich die Sponsorenakquise und neue spannende Geschichten für tunes&wings. Um das voranzutreiben, werde ich Ende April von München nach Berlin ziehen. Denn dort schlägt das Herz der Techno-Szene in Deutschland, dort sind die DJs, Labels, Veranstalter und Künstler-Agenturen und dort ergeben sich für mich viel mehr Möglichkeiten.

Außerdem verfolge ich die Idee, eine professionelle Dokumentation über die Techno-Kultur in München zu drehen. Die Vorbereitungen laufen bereits in Zusammenarbeit mit einer Film-Produktionsfirma. Es gibt großartige Techno-Dokus, vor allem über die weltweiten Hochburgen wie Berlin, Detroit und Chicago, aber bisher nichts über München. Dabei ist Techno Ende der 80er Jahre gleichermaßen parallel in München, Berlin und Frankfurt entstanden.

Zwar ist die Szene hier im Laufe der Zeit etwas abgeflacht, kommt jetzt aber wieder, wie die neu entstandenen Techno-Locations Blitz, Bahnwärter Thiel oder MMA MixedMunichArts zeigen. Ich möchte mit der Doku auf Zeitreise gehen, alte und neue Locations in München zeigen und wichtige Protagonisten der Szene wie die Zenker Brothers oder DJ Hell zu Wort kommen lassen.

 

Booklet techno&travel stories 2017. Quelle: tunes&wings

 

Welche Monetarisierungsstrategie verfolgen Sie?

Spethling: Ich bin auf der Suche nach langfristigen Kooperationspartnern, die den Sinn, den Spirit der Community in der gleichen Art und Weise verstehen wie ich, und deren Produkte oder Leistungen einen Mehrwert für die Leser bieten. Was ich nicht möchte ist das weitverbreitete Bloggerverhalten, über alle Produkte zu berichten, die mir gerade angeboten werden. Ich finde Blogger müssen authentisch bleiben und dürfen sich nicht verkaufen.

Der Mehrwert für den Leser muss immer im Vordergrund stehen, nicht das Geldverdienen. Natürlich ist das der härtere Weg, aber nur so kann ich mir langfristig eine starke Positionierung aufbauen. Mit Partnern an meiner Seite, die das auch gerne machen und Lesern, die das Wert schätzen.

Ich habe früher in der Event-Agentur bereits Sponsoren für Veranstaltungen im wissenschaftlichen Kontext akquiriert. Auch damals ging es nicht um reines Geld scheffeln, sondern darum, kreative Ideen zu entwickeln, wie man die Sponsoren noch besser mit der Zielgruppe verbinden kann. Und dabei für beide Seiten einen echten Mehrwert schafft.

Durch meine Jobs als Freelancer stehe ich glücklicherweise nicht unter dem finanziellem Druck, eine Kooperation unbedingt machen zu müssen. Es ist mir wichtig, morgens noch in den Spiegel schauen zu können.

Daneben haben sich noch andere Ideen um Geld zu verdienen ergeben. In den Weihnachtsferien hatte ich ein Booklet in gedruckter Version erstellt, mit meinen besten Geschichten auf tunes&wings des Jahres 2017. Die Absicht dahinter war ein ergänzendes Tool für die Sponsorenakquise zu schaffen, doch jetzt möchten auch immer mehr Leser das Booklet bestellen.

Da die Print-Nachfrage da ist, überlege ich, auch die Travel Guides in gedruckter Form zum Kauf anzubieten. Aber bei allem versuche ich immer, den Lesern einen Mehrwert zu bieten und nur die Dinge weiter zu entwickeln, für die eine Nachfrage besteht. tunes&wings ist ein Spiegel meiner selbst, es entwickelt sich mit mir auch immer weiter.

 

Quelle: tunes&wings

 

Was ist Ihr ganz persönlicher Sinn des Lebens?

Spethling: Mein persönlicher Sinn des Lebens ist es, zu lieben. Wenn man alles herunter bricht auf das wirklich Wesentliche im Leben, dann geht es im Kern letztendlich immer um die Liebe, sie ist die Essenz von allem. Am Ende kommt es nur darauf an, wie sehr du deine Familie, deinen Beruf und dich selbst geliebt hast. Wenn das jeder umsetzen würde, dann sähe die Welt anders aus.

Wichtig für ein sinnvolles und gelingendes Leben ist es für mich auch, nicht andere für unschöne Dinge verantwortlich zu machen, die mir im Leben passieren. Jeder trägt selbst die Verantwortung für sein Leben. Wenn Probleme auftauchen, stelle ich mir die Fragen: Was will mir das Leben damit sagen? Was kann ich daraus lernen? Was muss ich beachten? Und dann muss man wieder nach vorne schauen.

Das Interview führte Markus Hofelich.

Weitere Informationen unter: tunesandwings.com
Titelbild: tunes&wings, Fotograf: Tim Köck 

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