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Ikigai: Die japanische Methode, den Sinn des Lebens zu finden

30. April 2019 0 comments
Ikigai: Die japanische Methode, den Sinn des Lebens zu finden

Ikigai bedeutet frei übersetzt „das, wofür es sich zu leben lohnt“, „die Freude und das Lebensziel“ oder „das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen“. Diese japanische Methode ist ein effektiver Weg, seinen Sinn des Lebens, den persönlichen Zweck der Existenz und vor allem auch seine Berufung herauszufinden. In der Kultur Japans spielt die gründliche Selbstreflexion beim Streben nach dem persönlichen Ikigai eine große Bedeutung. Wer sein Ikigai findet, dem erschließt sich ein Gefühl der Lebensfreude, eines stimmigen, sinnerfüllten Lebens und einer inneren Zufriedenheit im Einklang mit sich selbst.

Ziel der Ikigai-Methode

Was macht das Leben für Sie lebenswert? Wo liegen Ihre persönlichen Stärken und Talente? Wie können Sie Ihr ureigenes Potenzial erkennen und entfalten? Diesen grundlegenden Fragen geht die Ikigai-Methode auf den Grund und hilft systematisch dabei, die eigenen Antworten darauf zu finden.

Ikigai eignet sich ausgezeichnet für Situationen, in denen Sie sich über sich selbst und Ihre Ziele klar werden möchten oder sich neu orientieren müssen. Das kann eine Sinnsuche in der Midlife-Crisis sein oder in Umbruchsituationen wie Kündigungen, Trennungen oder Schicksalsschlägen. Oder eine Selbsterforschung und Potenzialanalyse im Vorfeld des Berufslebens, wenn man sich fragt, wohin die Reise des Lebens gehen soll.

Das Ziel ist, seine Lebensaufgabe auf Basis der individuellen Veranlagung und Talente zu finden, die zu Selbstverwirklichung, Erfüllung und Zufriedenheit führt. Das Ikigai-Modell basiert auf einer zielgerichteten, gründlichen Erforschung der eigenen Stärken, Werte und Begabungen, die jeden Menschen einzigartig machen. Im Zentrum stehen vier verschiedene Themenbereiche: Leidenschaft, Mission, Berufung und Beruf:

Die vier Kern-Elemente von Ikigai

  1. Das, was Sie lieben, was Sie gerne tun.
  2. Das, was die Welt von Ihnen braucht.
  3. Das, womit Sie Geld verdienen können.
  4. Das, worin Sie richtig gut und talentiert sind.

Schließlich ergibt sich aus den Schnittmengen dieser vier Elemente dann jeweils ein übergeordnetes Grundbedürfnis, das damit erfüllt werden kann.

 

Ikigai: Die japanische Methode, den Sinn des Lebens zu finden

 

Die vier übergeordneten Grundbedürfnisse des Ikigai

  • Leidenschaft (Passion): Ihre Leidenschaft finden Sie in der Schnittmenge dessen, was Sie lieben und dem, worin Sie talentiert sind.
  • Aufgabe (Mission): Die Mission ergibt sich daraus, was Sie lieben und dem, was die Welt von Ihnen braucht.
  • Berufung (Vocation): Ihre Berufung erkennen Sie an der Überschneidung von dem, was die Welt von Ihnen braucht und womit Sie Geld verdienen können.
  • Beruf (Profession): Das, womit Sie Geld verdienen können und worin Sie richtig gut und talentiert sind, weist den Weg zu Ihrem Beruf.

Wenn alle vier Elemente und Grundbedürfnisse erfüllt werden und in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, erschließt sich der Idealzustand des Ikigai. Dann können wir unser ureigenes Potenzial entfalten und legen die Basis für ein sinnerfülltes und glückliches Leben. Schließlich befinden wir uns an dem Punkt, an dem sich unsere individuellen Talente und Leidenschaften mit dem überschneiden, was die Welt braucht und woraus wir auch unser Einkommen erzielen können.

Fragen zur Selbsterforschung, um dem Ikigai auf die Spur zu kommen

Um die Selbsterforschung richtig und wirkungsvoll anzugehen, nehmen Sie sich am besten einen Stift und Block zur Hand. Gehen Sie in Ruhe Frage für Frage durch. Und schreiben Sie alles frei auf, was Ihnen spontan in den Sinn kommt. Auch wenn Ihnen einiges im ersten Moment lächerlich oder völlig unrealistisch vorkommen mag. So erhalten Sie Zugang zu Ihrem Unterbewusstsein, in dem viele verborgene Träume und Sehnsüchte schlummern.

Dabei sollten Sie folgende Punkte beachten: Seien Sie in diesem ersten Brainstorming offen und bewerten Sie nichts. Sondern schreiben Sie wirklich alles auf, was Ihnen gerade einfällt. Also nehmen Sie sich Zeit und notieren Sie möglichst viele Dinge. Später können Sie dann in einem weiteren Schritt die Antworten durchgehen, sortieren, bewerten und analysieren. Folgende Fragen helfen Ihnen, Ihrem eigenen Ikigai auf die Spur zu kommen.

 

zen, Steine, Bambus

 

Leidenschaft und Passion: Was lieben Sie? Was tun Sie gerne?

  • Was begeistert Sie, entfacht Ihre Leidenschaft und macht Ihnen so richtig Spaß?
  • Bei welchen Tätigkeiten vergessen Sie die Zeit? Wann sind Sie im Flow?
  • Was können sie sehr lange machen, ohne müde zu werden?
  • Welche Dinge haben Sie schon als Kind gerne getan, was haben sie am meisten geliebt?
  • Worüber können Sie stundenlang mit Enthusiasmus reden?
  • Wenn Sie einen ganzen Tag das tun könnten, was Sie am liebsten machen: was wäre das?

Berufung (Vocation): Worin sind Sie gut? Wo liegen Ihre Talente?

  • Was können Sie richtig gut? Worin sind Sie begabt? Wo liegen Ihre Talente?
  • Was können Sie besser als andere?
  • Welche Ausbildung haben Sie? Was haben Sie gelernt?
  • Gibt es Hobbies, denen Sie nachgehen?
  • Verfügen Sie über weitere, vielleicht auch ungewöhnliche oder auf den ersten Blick unbedeutende Fähigkeiten?

Aufgabe und Mission: Was braucht die Welt von Ihnen?

  • Was erfüllt Sie wirklich mit Sinn?
  • Wovon sind Sie im tiefsten Inneren überzeugt? Was entspricht Ihren Werten?
  • Wenn Sie nicht mehr hier sind: Was soll einmal von Ihrem Wirken in der Welt übrig und in Erinnerung bleiben?
  • Falls Sie einmal eine Zeit lang nicht da wären: Was würde genau fehlen oder liegenbleiben?
  • Wem oder wo würden Sie ganz besonders fehlen?

Beruf (Profession): Womit können Sie Geld verdienen?

  • Was ist Ihr bisheriger Beruf? Wofür werden Sie bezahlt?
  • Erzielen Sie noch weitere Einnahmen aus anderen Quellen?
  • Könnten Sie mit anderen Dingen, in denen Sie besonders gut sind, unter Umständen auch Geld verdienen? Etwa Ihr Hobby zum Beruf machen?

 

Japanischer Schrein

 

Fazit: Ikigai als effektive Selbstcoaching-Methode

Letztendlich ist Ikigai eine exzellente Methode, um sich selbst besser zu erforschen, um seine wahren Wünsche und Talente zu erkennen und sich selbst zu entfalten. Sie hilft, dem ureigenen Sinn des Lebens auf die Sprünge zu kommen. Wer seinen inneren Wesenskern, seine Begabungen und Leidenschaften mit einer Einkommen-schaffenden Lebensaufgabe, die die Welt braucht, verbinden kann, legt den Grundstein für ein glückliches und sinnerfülltes Leben.

Schließlich kommt auch eine Studie der japanischen Universität Tōhoku zu dem Schluss, dass ein Leben auf Basis des Ikigai sich nicht nur in einer positiven Lebenshaltung ausdrückt. Es fördert auch die physische Gesundheit und führt zu einer höheren Lebenserwartung. So überrascht es nicht, dass auf der Insel Okinawa, wo der Begriff Ikigai geprägt wurde, die ältesten Menschen der Welt leben.

 

Bilder: Unsplash, Pixabay

 

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