Sinn des Lebens

Der Weg ist das Ziel

15. Dezember 2022 0 comments
Der Weg ist das Ziel

„Der Weg ist das Ziel“, sagte Konfuzius. Doch was bedeutet das? Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, birgt beim näheren Hinsehen eine tiefe Weisheit. Die treffende Antwort darauf lieferte der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau: „Was Du durch das Erreichen Deiner Ziele erhältst, ist nicht so wichtig, wie das, was Du durch das Erreichen Deiner Ziele wirst.“ Das gilt für unsere wahren Herzenswünsche und wichtige Projekte genauso wie für alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Und letztendlich auch für das Leben selbst: „Life is a journey, not a destination“ – das Leben ist eine Reise, nicht ein Ziel! Denn das finale Ziel, auf das jeder Mensch letztendlich unaufhaltsam zusteuert, ist der Tod. Weit wichtiger als anzukommen ist also das, was wir auf unserer Reise lernen und erleben. Wichtige Erfahrung zu sammeln, an denen wir wachsen und innerlich reicher werden. Und den Prozess mehr als das Ergebnis zu schätzen.

Die Bedeutung wahrer Ziele im Leben

Wir alle brauchen Ziele im Leben, die unserer tiefsten Sehnsucht und unserem Herzen entspringen. Denn Ziele bestimmen, was wir sein werden (Julius Erving). „Wenn Du glücklich sein willst, setze Dir ein Ziel, das Deine Gedanken beherrscht, Deine Energie freisetzt und Deine Hoffnungen weckt“, riet Andrew Carnegie.

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Dabei sollten wir uns nicht von externen Motiven wie Geld, Macht, Anerkennung oder Ruhm verführen lassen. Sonst laufen wir Gefahr, der hedonistischen Tretmühle anheim zu fallen. Sie besagt, dass uns das Erreichen eines Ziels meist nicht dauerhaft glücklicher macht. Denn wir gewöhnen uns rasch an die Dinge oder neuen Lebensumstände, so schön sie auch sein mögen.

Dabei sind wir schnell gefangen in der Endlosschleife eines immer höher, weiter schneller Modus, bei dem letztendlich das wahre Leben auf der Strecke bleibt. Auch der erfolgreiche Schauspieler Tim Carrey sagte: „Ich wünschte, jeder würde reich und berühmt werden. So könnten alle erkennen, dass das nicht die Lösung ist.“ Deswegen sollten wir Ziele verfolgen, die unseren wahren Herzenswünschen, Werten und Begabungen entsprechen.

Wir sollten uns auch nicht davor scheuen, auf den ersten Blick unerreichbar erscheinende Ziele anzupeilen, solange sie unserem wahren Wesenskern entsprechen und wir diese aus eigenem Antrieb heraus verfolgen. „Ziele nach dem Mond. Selbst wenn du ihn verfehlst, wirst du zwischen den Sternen landen“, soll Nietzsche gesagt haben. Denn die wahre Tragödie des Lebens besteht nicht darin, ein Ziel nicht zu erreichen, sondern kein Ziel zu haben.

Anfangen: Der erste Schritt ist der Entscheidende auf dem Weg zum Ziel

Egal wie weit der Weg zum Gipfel ist, man muss den ersten Schritt tun. „Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt“, schrieb Gotthold Ephraim Lessing.

Das heißt: Nur indem man das Unerreichbare anstrebt, kann das Erreichbare gelingen. Nur mit dem Unmöglichen als Ziel kommt man zum Möglichen. Ein Mensch, der sich ernsthaft ein Ziel gesetzt hat, das seinem innersten Wesenskern entspricht, wird ihm auch nahe kommen.

Um gleich zu Beginn negativen Gedanken wie „Ich schaffe das sowieso nicht“ oder „Ich kann das nicht“ den Wind aus den Segeln zu nehmen, sollte man sich folgenden zentralen Aspekt zu Herzen nehmen: „Man muss sich vor Augen halten, dass die Tragödie des Lebens nicht darin besteht, dass man sein Ziel nicht erreicht. Die Tragödie liegt darin, dass man keine Ziele zu erreichen hat“, wie der amerikanische Lehrer, Prediger und Mentor Martin Luther Kings, Benjamin E. Mays sagte.

Entscheidend dabei ist, sich den immer wieder auftauchenden Herausforderungen zu stellen und nicht gleich beim ersten Anzeichen von Widerstand enttäuscht die Flinte ins Korn zu werfen. Schließlich ist jeder Weg mit Irrungen und Rückfällen gepflastert. Dann gilt es dranzubleiben und Schritt für Schritt weiterzugehen. „Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen“, sagte Erfinder Thomas Edison.

Also haben wir Vertrauen in unsere Fähigkeiten und legen die Angst vor dem Scheitern ab. Erschaffen und probieren wir uns aus, korrigieren oder verwerfen unsere Pläne, bis es gut ist. Beschreiten wir unseren Weg mit Achtsamkeit durch alle Hochs und Tiefs und richten unseren Fokus auf das Hier und Jetzt.

Vertraue dem Prozess

Natürlich sollte die richtige Planung eine wichtige Grundlage für jede Reise und jedes Ziel sein. Gleichzeitig sollten wir jedoch nicht Gefahr laufen, uns von übertriebenem Perfektionismus bremsen zu lassen. Schließlich ist jede Reise ein Abenteuer und wir können nicht alles vorhersehen. Das macht letztendlich auch den Reiz und die Würze des Lebens aus. Also sollten wir nicht allzu viel nachdenken, sondern losgehen, machen und vertrauen.

Wir müssen lernen, dem Prozess zu vertrauen und ihm zu folgen. Wichtig sind dabei das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das Ablegen der Angst vor dem Scheitern und vor allem vor dem Ungewissen und den Dingen, die wir nicht planen können. Wir sollten unbedingt versuchen, Kontrolle gegen Vertrauen zu tauschen und dem Verlauf des unbekannten Prozesses einfach zu vertrauen.

Ein übertriebenes Sicherheitsdenken loszulassen, Planbarkeit aufzugeben und seinen Weg mit Hingabe zu verfolgen. Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten zu haben und den Mut aufzubringen, weiterzugehen, ohne die übernächsten Schritte zu kennen. All das, was wir während des Prozesses erfahren, erleben und uns erarbeiten, darf wirken und sich entfalten.

Der Weg ist das Ziel: Lernen, Achtsamkeit und Wachstum,

„Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen“, wusste schon Goethe. Das bedeutet, es geht weniger darum, was wir am Ende der Reise erreichen, als um das, was wir während der Reise lernen und erleben.

Dabei sollten wir versuchen, mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit im Augenblick zu leben und den Weg mit all seinen Höhen und Tiefen zu genießen. All die Erlebnisse, die uns um wichtige Erfahrungen reicher machen und die wertvollen Menschen, die uns begegnen. Und jede Überwindung eines zunächst unlösbar scheinenden Hindernisses lässt uns weiter wachsen, stärker und reifer werden.

Deswegen sollten wir die Erfahrungen, die wir unterwegs machen, als größere Bereicherung ansehen als das Erreichen des Zieles. Der Wachstumsprozess ist von so großer Bedeutung wie das Ergebnis.

Also fokussieren wir uns ganz auf den Prozess, auf unsere eigene Entwicklung und auf unser Wachstum. Stellen wir uns den Herausforderung und rechnen mit Überraschungen. Setzen wir auf Kontinuität und haben Spaß an der Sache – durch das Setzen kleiner Schritte und das feiern kleiner Erfolge. Was wir auf unserer Reise lernen und über uns selbst erfahren ist weit wichtiger als das Ziel, das wir erreichen.

Matthew McConaughey: Die Freude liegt im Prozess

Folgendes Beispiel macht dies deutlich. Der erfolgreiche Hollywood-Schauspieler Matthew McConaughey hielt 2015 eine inspirierende Rede vor den Absolventen der Universität von Houston in Texas. Der spätere Oscar-Gewinner gab den Studenten wichtige Lebensweisheiten mit auf den Weg, darunter folgende.

„Ich möchte einfach nur glücklich sein.“ Das höre ich ständig. Aber was ist Glück? Glück ist die emotionale Reaktion auf ein bestimmtes Ergebnis: Wenn ich gewinne, bin ich glücklich, wenn ich verliere, dann nicht. Ein Wenn-Dann-, Ursache-Wirkung-, Quid-pro-Quo-Standard, den wir nicht aufrechterhalten können. Weil wir diesen Standard jedes Mal, wenn wir ihn erreicht haben, sofort wieder erhöhen. Glück verlangt also immer ein bestimmtes Ergebnis. Wer nach Glück strebt, wird häufig enttäuscht und die meiste Zeit unglücklich sein.

Freude ist jedoch etwas ganz anderes. Sie ist keine Reaktion auf ein Ergebnis, sondern eine Konstante. Freude ist das Gefühl, das wir empfinden, wenn wir das tun, wozu wir geschaffen sind, unabhängig vom Ergebnis.

Ich persönlich habe als Schauspieler begonnen, meine Arbeit zu genießen und im wahrsten Sinne des Wortes glücklicher zu sein, als ich aufgehört habe, die tägliche Arbeit als ein Mittel zum Zweck zu sehen. Ich brauche einen Kassenerfolg für diesen Film, ich brauche Anerkennung für meine Leistung, ich brauche den Respekt meiner Kollegen.

Alles vernünftige Bestrebungen, aber die Wahrheit ist: erst als für mich die Arbeit, das Drehen des Films, das Tun zur eigentlichen Belohnung wurde, bekam ich mehr Einspielergebnisse, mehr Anerkennung und mehr Respekt als jemals zuvor. Die Freude liegt immer im Prozess, im Aufbau und im Tun dessen, wozu wir bestimmt sind. Und darin, es zu genießen“, so Matthew McConaughey.

Der Sinn des Lebens

Das alles gilt besonders und gerade auch für das Leben. Die Endstation des Lebens ist der Tod. Der wahre Sinn des Lebens ist Dein persönlicher Lebensweg, Dein Wachsen und Werden. Dass Du am Ende sagen kannst: Du hast wahrhaft gelebt, bist Deinem Herzen gefolgt, durch alle Höhen und Tiefen. Du hast dabei versucht, Dir selbst treu zu bleiben, Deinen Werten und Idealen so nahe wie möglich zu kommen.

All das drückte auch Buddha mit folgender Lebensweisheit aus: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich sein ist der Weg!“

Also begib Dich auf die persönliche und ganz individuelle Reise Deines Lebens. Vertraue dem Prozess, tausche Kontrolle gegen Vertrauen und gib Dich ganz Deiner Sehnsucht hin. Stell Dich Deinen Herausforderungen und überwinde Hindernisse. Fall hin und stehe wieder auf. Folge deinem Stern, erfahre, liebe, lerne und wachse! Tu Gutes, versuche etwas zu bewirken und Spuren der Liebe zu hinterlassen!

Fazit: Der Weg ist das Ziel

„Ein Mensch sollte sich ihre Ziele so früh wie möglich setzen und all ihre Energie und ihr Talent darauf verwenden, dorthin zu gelangen. Mit genügend Anstrengung kann er sie erreichen. Oder er findet vielleicht etwas, das noch lohnender ist“ sagte Walt Disney. „Aber am Ende, egal wie das Ergebnis aussieht, wird er wissen, dass er gelebt hat.“

Life is a journey, not a destination – das Leben ist eine Reise, nicht das Ziel. Der Weg ist das Ziel! Also lebe jetzt! Vertraue dem Leben und genieße die Reise. Sei ganz präsent! Und vergeude nicht dein eines, wildes, kostbares Leben!

 

 

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