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Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

13. Februar 2018 0 comments
Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

„Narziß und Goldmund“ zählt zu den meistgelesenen und beliebtesten Werken des Nobelpreisträgers Hermann Hesse. Im Kern des zeitlosen, tief bewegenden Romans steht die Suche nach dem Sinn des Lebens, dem wahren „Ich“, das Streben nach Vollkommenheit und Selbstverwirklichung. Dabei stellt Hermann Hesse zwei konträre Lebensentwürfe gegenüber, die sich in gegensätzlichen Charakteren spiegeln: Auf der einen Seite steht der der asketische, geistliche und religiöse Narziß, auf der anderen der sinnliche, vagabundierende und künstlerische Goldmund. Trotz aller Unterschiede sind beide in tiefer Freundschaft miteinander verbunden. In dieser Seelenbiographie macht Hesse auch den Zwiespalt der menschlichen Natur deutlich: Die Gegensätze zwischen Geist und Sinnlichkeit, Phantasie und Verstand, zwischen Logos und Eros, Askese und Lebenslust sowie zwischen dem mütterlichen und dem väterlichen Prinzip. Lesen Sie hier in der Zusammenfassung die wichtigsten Kernaussagen und Zitate aus Hermann Hesses „Narziß und Goldmund“ sowie die Interpretation.

Die mittelalterliche Klosterschule Mariabronn: Freundschaft zwischen Narziß und Goldmund

Der Roman „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse spielt im Mittelalter, Ausgangspunkt ist die Klosterschule Mariabronn. Der kluge und gut aussehende Junge Goldmund wird von seinem strengen Vater ins Kloster gebracht und entwickelt eine enge Freundschaft zum Lehrgehilfen Narziß. Der Weg des intelligenten, beherrschten, edlen und feinen Novizen Narziß – mit seinem „ritterlich tadellosen Benehmen“ und „dem stillen eindringlichen Denkerblick“ – zum Mönch, Gelehrten und Abt scheint bereits vorgezeichnet zu sein.

Der Novize Narziß trägt jedoch auch die ausgeprägte Fähigkeit in sich, „Menschen und ihre Schicksale zu erkennen“, er hat „ein Gefühl für die Art und Bestimmung der Menschen“. Mit dieser Fähigkeit wird er auch dem Freund Goldmund helfen, seinen eigenen wahren Weg zu finden.

Auch Goldmunds ehrlicher Wunsch und Wille ist es zunächst, ein guter Schüler zu sein, dann Novize und später ein frommer, stiller Pater zu werden und – nach dem Gebot seines Vaters – für immer im Kloster zu bleiben und sein Leben Gott zu weihen.

 

Kloster, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Narziß sieht in Goldmund seinen Gegenpol und seine Ergänzung

Trotz aller Unterschiede sind beide in einer sich immer stärker entwickelnden Freundschaft miteinander verbunden. Narziß sieht in Goldmund seinen Gegenpol und seine Ergänzung:

„Wie Narziß dunkel und hager, so war Goldmund leuchtend und blühend. Wie Narziß ein Denker und Zergliederer, so schien Goldmund ein Träumer und eine kindliche Seele zu sein. Aber die Gegensätze überspannte ein Gemeinsames: beide waren sie vornehme Menschen, beide waren sie durch sichtbare Gaben und Zeichen vor den andern ausgezeichnet, und beide hatten sie vom Schicksal eine besondere Mahnung mitbekommen.

…Brennend nahm Narziß an dieser jungen Seele teil, deren Art und Schicksal er bald erkannt hatte. Glühend bewunderte Goldmund seinen schönen, überlegen klugen Lehrer… Viel mehr, als der Knabe ahnte, waren Narzissens Gedanken mit ihm beschäftigt. Er wünschte sich diesen hübschen, hellen, lieben Jungen zum Freunde, er ahnte in ihm seinen Gegenpol und seine Ergänzung, er hätte ihn an sich nehmen mögen, ihn führen, aufklären, steigern und zur Blüte bringen“, schreibt Hesse.

 

Mönch, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Die dunkle, geheimnisvolle Seite in Goldmund

Dennoch scheint es einen dunkle, geheimnisvolle Seite in Goldmund zu geben.

„Niemand schien es dem schönen, strahlenden Knaben anzusehen, und doch lag eine Bürde auf ihm, eine Bürde der Herkunft, eine geheime Bestimmung zu Sühne und Opfer. Auch der Abt sah es nicht, obwohl Goldmunds Vater ihm einige Andeutungen gemacht und deutlich den Wunsch geäußert hatte, sein Sohn möge für immer hier im Kloster bleiben. Irgendein geheimer Makel schien an der Geburt Goldmunds zu haften, irgendetwas Verschwiegenes schien Sühne zu fordern.“

„Er sah Goldmunds Natur, die er trotz des Gegensatzes innigst verstand; denn sie war die andere, verlorene Hälfte seiner eigenen. Er sah diese Natur von einer harten Schale umpanzert, von Einbildungen, Erziehungsfehlern, Vaterworten, und ahnte längst das Ganze, nicht komplizierte Geheimnis dieses jungen Lebens. Seine Aufgabe war ihm klar: dies Geheimnis seinem Träger zu enthüllen, ihn von der Schale zu befreien, ihm seine eigentliche Natur zurückzugeben“.

Narziß dachte viel über seinen Freund nach und aufgrund seiner tiefen Menschenkenntnis erkennt Narziß bald den wahren Charakter des Goldmund. Ihm wird klar, dass Goldmunds Bestimmung nicht wie bei ihm selbst in einem Leben als Mönch und Asket und in einem lebenslangen Streben nach Heiligkeit liegt.

„Alles Lebendige und Strahlende an diesem Jüngling sprach so deutlich: er trug alle Zeichen eines starken, in den Sinnen und der Seele reich begabten Menschen, eines Künstlers vielleicht, jedenfalls aber eines Menschen von großer Liebeskraft, dessen Bestimmung und Glück darin bestand, entzündbar zu sein und sich hingeben zu können…warum nur war darauf versessen, ein Geistmensch und Asket zu sein?“

 

Goldmunds Geheimnis: Die verdrängte Mutter

Schließlich erkennt Narziß das bisher unentdeckte Geheimnis in Goldmund. In Gesprächen deckt Narziß die mütterliche Seite Goldmunds auf, die dieser lange Zeit verdrängt hat. Die Mutter hat die Familie einst verlassen, um ein sündhaftes Leben als Tänzerin und Männerverführerin zu führen, wie sein Vater sagte. Narziß erkennt, dass sein Freund stark von den Moralvorstellungen seines Vaters geprägt ist und somit seine Mutter und die Liebe, die sie ihrem Sohn entgegenbrachte, vergessen hat. Bisher hatte Goldmund von seiner Mutter wohl einiges gewusst, aber nur aus den Erzählungen anderer.

 

Mutter, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

„Die Mutter war etwas, wovon man nicht sprechen durfte, man schämte sich ihrer. Eine Tänzerin war sie gewesen, ein schönes, wildes Weib von vornehmer, aber unguter und heidnischer Herkunft. Goldmunds Vater hatte sie, so erzählte er, aus Armut und Schande aufgelesen;…er hatte sie geheiratet und zu einer angesehenen Frau gemacht. Sie aber… hatte sich ihrer alten Künste und Übungen wieder erinnert, hatte Ärgernis erregt und Männer verführt, war Tage und Wochen von zu Hause weggeblieben… und schließlich für immer verschwunden. … Seine eigene, wirkliche, erlebte Erinnerung an die Mutter hatte er vergessen. Und nun war dieses Bild, der Stern seiner frühesten Jahre wieder aufgestiegen. ‚Es ist unbegreiflich, wie ich das hatte vergessen können‘, sagte er zu seinem Freunde. ‚Nie in meinem Leben habe ich jemand so geliebt wie meine Mutter, so unbedingt und glühend, nie habe ich jemand so verehrt, so bewundert, sie war Sonne und Mond für mich. Weiß Gott, wie es möglich war, dies strahlende Bild in meiner Seele zu verdunkeln und allmählich diese böse, bleiche, gestaltlose Hexe aus ihr zu machen, die sie für den Vater und für mich seit vielen Jahren war.‘“

Narziß erkannte die Natur von Goldmunds Geheimnis: „Es war Eva, es war die Urmutter, die dahinterstand“. Goldmund stellt durch diese Erkenntnis fest, dass etwas in ihm aufgebrochen ist.

 

Ein erster Kuss: Goldmunds Liebesbedürfnis wird geweckt

Schließlich bringt ein Schlüsselerlebnis Goldmund seinem wahren Wesen ein weiteres Stück näher. Bei einem verbotenen nächtlichen Ausflug mit den Klosterbuben ins Dorf, weckt ein erster zärtlicher Kuss mit einem Mädchen ein starkes Liebesbedürfnis in ihm, das seinen weiteren Lebensweg im Kloster in Frage stellt.

 

Kuss, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

„Für Goldmund war es zuerst eine Erlösung und Genesung. Sein junges Liebesbedürfnis war soeben, durch den Anblick und Kuss eines hübschen Mädchens, mächtig aufgeweckt und zugleich hoffnungslos zurückgeschreckt worden. Denn dies fühlte er im Innersten, dass all sein bisheriger Lebenstraum, alles, woran er glaubte, alles, wozu er sich bestimmt und berufen meinte, durch jenen Kuss im Fenster, durch den Blick jener dunklen Augen an der Wurzel gefährdet war. Vom Vater zum Mönchsleben bestimmt, mit ganzem Willen diese Bestimmung annehmend, mit der Glut erster Jugendinbrunst einem frommen und asketisch heldischen Ideal zugewandt, hatte er bei der ersten flüchtigen Begegnung, beim ersten Anruf des Lebens an seine Sinne, beim ersten Gruß des Weiblichen unweigerlich gespürt, dass hier sein Feind und Dämon stehe, dass das Weib seine Gefahr sei. Und jetzt bot ihm das Schicksal eine Rettung, jetzt kam, in der dringendsten Not, diese Freundschaft ihm entgegen und bot seinem Verlangen einen blühenden Garten, seiner Ehrfurcht einen neuen Altar“.

 

Die unterschiedlichen Naturen von Künstler und Denker

Nachdem Narziß das wahre Wesen Goldmunds erkannt hat, erklärt er ihm die unterschiedlichen Charakterzüge zwischen den beiden Freunden, die aus den verschiedenen Naturen zwischen Künstler und Denker resultieren:

„Die Naturen von deiner Art, die mit den starken und zarten Sinnen, die Beseelten, die Träumer, Dichter, Liebenden, sind uns anderen, uns Geistmenschen, beinahe immer überlegen. Eure Herkunft ist eine mütterliche. Ihr lebet im Vollen, euch ist die Kraft der Liebe und des Erlebenkönnens gegeben. Wir Geistigen, obwohl wir euch andere häufig zu leiten und zu regieren scheinen, leben nicht im Vollen, wir leben in der Dürre. Euch gehört die Fülle des Lebens, euch der Saft der Früchte, euch der Garten der Liebe, das schöne Land der Kunst. Eure Heimat ist die Erde, unsere die Idee. Eure Gefahr ist das Ertrinken in der Sinnenwelt, unsere das Ersticken im luftleeren Raum. Du bist Künstler, ich bin Denker.“

 

Statue, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Die unterschiedlichen Naturen implizieren auch, dass auf beide Freunde eine andere Berufung wartet. Für Narziß liegt sein weiterer Lebensweg klar vor ihm. Er würde im Kloster bleiben, als Schulvorsteher sterben oder als Abt oder Bischof. Er war ein Mönch, er hatte sich verschrieben, er gehörte einer festen Ordnung und Pflicht, war ein Diener des Ordens, der Kirche des Geistes:

„Das Ziel ist dies: mich immer dahin zu stellen, wo ich am besten dienen kann, wo meine Art, meine Eigenschaften und Gaben, den besten Boden, das größte Wirkungsfeld finden …Ich will innerhalb des mir Möglichen dem Geist dienen, so wie ich ihn verstehe, nichts anderes!“, sagt Narziß.

 

Mönche, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Schließlich wird Goldmund immer klarer, dass das Streben nach einem mönchischen leben ein Irrtum war, eine Erfindung seines Vaters, der damit das Andenken seiner Mutter entsündigen oder auch nur sich an ihr rächen wollte. Goldmund war klargeworden, er gehörte nicht hierher, er war ohne Heimat, eine unbekannte Welt wartete auf ihn. So war es auch einst seiner Mutter ergangen. Sie hatte kein Ziel gehabt, wie auch er keins hatte. Er wusste nicht, was aus ihm werden soll.

„Das sollst Du auch nicht“, meinte Narziß. „Es wird sich schon zeigen, wohin dein Weg führt. Er hat begonnen, dich zu deiner Mutter zurückzuführen und wird dich ihr noch näherbringen“, sagt Narziß und rät seinem Freund Goldmund: „ …dein Ziel ist ungewiss. Frage deine Mutter, frage ihr Bild, höre auf sie!“

 

Goldmund erkennt, dass der Sinn seines Lebens nicht im Kloster liegt

Nach seinem ersten richtigen Liebeserlebnis mit einer Fremden, der jungen Lise, beschließt Goldmund, jetzt wirklich das Kloster zu verlassen und wie einst seine Mutter in die Welt hinauszuziehen.

 

Wanderschaft, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

„Alle Sehnsucht, die ich je gespürt, aller Traum, alle süße Angst, alles Geheimnis, das in mir geschlafen, wurde wach, alles war verwandelt, verzaubert, alles hatte Sinn bekommen. Sie hat mich gelehrt, was eine Frau ist und welches Geheimnis sie hat. Sie hat mich in einer halben Stunde um viele Jahre älter gemacht. Ich weiß jetzt vieles. Auch das wusste ich ganz plötzlich, dass jetzt meines Bleibens in diesem Hause nicht mehr sei, keinen einzigen Tag mehr. Ich gehe, sobald es Nacht ist.“

Narziß hat diesen Augenblick kommen sehen und verabschiedet sich von seinem Freund. Während für Narziß das Leben des Klosters, der Askese, des Geistes bestimmt ist, zieht es Goldmund hinaus in die Welt.

„Ein Ziel habe ich nicht….Auch jene Frau, die so sehr lieb mit mir war, ist nicht mein Ziel. Ich gehe, weil ich muss, weil es mich ruft…Aber ich denke mir nicht, dass ich in lauter Glück und Vergnügen hineinlaufe. Ich denke mir, der Weg wird schwer sein. …Es ist für mich der Weg zum Leben und der Weg zum Sinn des Lebens.“, sagt Goldmund.

 

Der Ruf nach Liebe und Freiheit: Goldmund bricht zur Wanderschaft auf

Schließlich lässt Goldmund die Klostermauern hinter sich, bricht auf in eine ungewisse Zukunft und begibt sich auf ziellose Wanderschaft.

„Heute hatte er, so fühlte er, ein Land betreten, in dem er die Wege allein fand, in dem kein Narziß ihn mehr führen konnte …Er ließ sich führen, in die Nacht, in den Wald, in das blinde geheimnisvolle Land ohne Worte und Gedanken. …Zum ersten Mal lag die Welt offen vor ihm, offen und wartend, bereit ihn aufzunehmen… Diese große Welt war jetzt wirklich geworden, er war ein Teil von ihr, in ihr ruhte sein Schicksal.“

Auf seiner Wanderschaft gibt sich Goldmund ganz seinen Trieben und seinem Liebesbedürfnis hin. Er lernt das Leben und die Liebe vieler Frauen kennen, empfängt Lust und gibt Lust. Er wird ziellos von Frau zu Frau getrieben, lernt viele Liebesarten und -künste und nimmt die Erfahrungen von vielen Geliebten in sich auf.

 

Liebe und Wollust, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Goldmund verbringt als Gelehrter einen Winter auf einer Burg

Nachdem er ein, zwei Jahre unterwegs war, kommt Goldmund an den Hof eines wohlhabenden Ritters mit zwei schönen jungen Töchtern Julie und Lydia, der ihn als Gelehrten aufnimmt. Goldmund soll ihm helfen, die Erfahrungen seiner Pilgerreise ins Lateinische zu übertragen und niederzuschreiben. Goldmund fühlt sich bald zu den sittsamen Mädchen hingezogen und gesteht schließlich Lydia, der älteren von beiden, heimlich seine Liebe. Es kommt zu nächtlichen, zärtlichen Treffen, wobei Goldmund den Wunsch Lydias akzeptiert, „unangerührt“ zu bleiben. Auch Lydia hat Gefühle für Goldmund, ist sich aber bewusst darüber, dass ihre Liebe keine Zukunft haben kann. Lydia zu Goldmund:

„Du bist so hübsch und siehst so heiter aus. Aber in deinen Augen ist keine Heiterkeit, da ist lauter Trauer; wie wenn deine Augen wüssten, dass es kein Glück gibt und dass alles Schöne und Geliebte nicht lange bei uns bleibt. Du hast die schönsten Augen, die es geben kann und die traurigsten. Ich glaube, das ist, weil du heimatlos bist. Du bist aus den Wäldern zu mir gekommen, und einmal wirst du wieder fortgehen und auf Moos schlafen und wandern…ich möchte wohl wissen, Goldmund, was einmal aus dir werden wird, ich denke oft darüber nach. Du wirst kein gewöhnliches Leben haben und kein leichtes.“

 

Burg, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Goldmund muss die Burg verlassen und begibt sich wieder auf Wanderschaft

Als die 16-Jährige Julie ihrer Schwester auf die Schliche kommt, stellt sie den Anspruch, auch mit in das Schlafgemach Goldmunds zu kommen. Nach einem Streit aus Eifersucht sieht sich Lydia gezwungen, ihrem Vater alles zu beichten. Der Ritter lässt Goldmund zwar am Leben, vertreibt ihn aber vom Hof und fordert ihn dazu auf, nie mehr zurückzukehren. Wieder macht sich Goldmund auf eine ungewisse Reise.

„Ihn durchdrang stärker als jemals das Gefühl des Heimatlosen, der keine Haus- oder Schloss oder Klostermauern zwischen sich und der großen Angst gebaut hat, der bloß und allein durch die unbegreifliche, feindliche Welt läuft, allein zwischen den kühlen spöttischen Sternen, zwischen den lauernden Tieren, zwischen den geduldigen standhaften Bäumen …vielleicht würde Goldmund nie ganz ein Vagant und eines Tages in irgendwelche Mauern zurückkriechen. Heimatlos und ziellos würde er dennoch bleiben, nie würde er sich wirklich geschützt und sicher fühlen, immer würde die Welt rätselhaft schön und rätselhaft unheimlich ihn umgeben.“

Und wieder lief Goldmund durch die bunten Jahreszeiten, trank mit unersättlichen Augen die Wälder, Berge und Wolken in sich ein, wanderte von Hof zu Hof, von Frau zu Frau.

 

Leben als Vagabund, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

„In kaum zwei Jahren hatte er Lust und Schmerz des heimatlosen Lebens wohl bis zum Grunde kennengelernt: das Alleinsein, die Freiheit, das Lauschen auf Wald und Getier, das schweifende, treulose Lieben, die bittere tödliche Not. Tage war er im sommerlichen Gefild zu Gast gewesen, Tage und Wochen im Walde, Tage im Schnee, Tage in Todesangst und Todesnähe, und von allem das Stärkste, das Seltsamste war gewesen, sich gegen den Tod zu wehren, sich klein und Elend und bedroht zu wissen und dennoch im letzten verzweifelten Kampf gegen den Tod diese schöne, schreckliche Kraft und Zähigkeit des Lebens in sich zu fühlen… Vielmehr als dieses, so wollte ihm scheinen, gab es eigentlich nicht zu erleben.“

 

Liebe und Wollust

 

Liebe, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

„Die Liebe und Wollust schien ihm das Einzige zu sein, wodurch das Leben wahrhaft erwärmt und mit Wert erfüllt werden konnte. Unbekannt war ihm Ehrgeiz, Bischof oder Bettler galt ihm gleich. Auch Erwerb und Besitz vermochte ihn nicht zu fesseln, er verachtete sie. Die Liebe der Frauen, das Spiel der Geschlechter, das stand ihm obenan, und der Kern seiner häufigen Neigung zu Traurigkeit und Vergänglichkeit der Wollust. Das rasche, flüchtige, entzückende Auflodern der Liebeslust, ihr kurzes sehnliches Brennen, ihr rasches Erlöschen – dies schien ihm den Kern alles Erlebens zu erhalten, dies wurde ihm zum Bilde für alle Wonne und alles Leid des Lebens. Jener Trauer und jenem Vergänglichkeitsschauer konnte er sich mit ebensolcher Hingabe überlassen wie der Liebe, und auch diese Schwermut war Liebe, aus sie war Wollust. So wie die Liebeswonne im Augenblick ihrer höchsten, seligsten Spannung sicher ist, mit dem nächsten Atemzug hinschwinden und wiederum sterben zu müssen, so war auch die innigste Einsamkeit und Hingabe an die Schwermut sicher, plötzlich verschlungen zu werden vom Verlangen, von neuer Hingabe an die lichte Seite des Lebens. Tod und Wollust waren eines. Die Mutter des Lebens konnte man Liebe oder Lust nennen. Die Mutter war Eva, sie war die Quelle des Glücks und die Quelle des Todes, sie gebar ewig, tötete ewig, in ihr waren Liebe und Grausamkeit eins, und ihre Gestalt wurde ihm zum Gleichnis und heiligen Sinnbild, je länger er sie in sich trug. Er wusste, nicht mit Worten und Bewusstsein, aber mit dem tieferen Wissen des Blutes, dass sein Weg zur Mutter führe, zur Wollust und zum Tode. Die väterliche Seite des Lebens, der Geist, der Wille, war nicht seine Heimat. Dort war Narziß zu Hause…“

 

Goldmund entdeckt den Künstler in sich und findet ein Ziel

Eines Tages tötet Goldmund in Notwehr den Landstreicher Viktor, als dieser ihn bestehlen will und versucht ihn zu erwürgen. Er geht in eine Kirche, um zu beichten. Eine „unaussprechlich schöne“ Marienstatue erinnert ihn an seine Mutter. Er ist von ihr so fasziniert, dass er den Künstler aufsucht, Meister Niklaus, um bei ihm das Handwerk des Holzschnitzers zu erlernen.

„Verwandelt trat er aus der Kirche, durch eine ganz und gar veränderte Welt trugen ihn seine Schritte. Seit jenem Augenblick vor der süßen, heiligen Figur aus Holz besaß Goldmund etwas, was er noch nie besessen, was er an anderen so oft belächelt oder beneidet hatte: ein Ziel! Er hatte ein Ziel, und vielleicht würde er es erreichen, und vielleicht würde dann sein ganzes, zerfahrenes Leben einen hohen Sinn und Wert bekommen. Mit Freude und mit Furcht durchdrang ihn dieses neue Gefühl und beflügelte seine Schritte.“

„Narziß war es gewesen, der ihm seine Untauglichkeit zum Gelehrten gezeigt und das Bild der verlorenen Mutter in ihm beschworen hatte. Statt Gelehrsamkeit, Mönchsleben und Tugend waren mächtige Urtriebe seines Wesens seine Herren geworden: Geschlecht, Frauenliebe. Nun aber hatte er jene Marienfigur des Meisters gesehen, hatte einen Künstler in sich entdeckt, hatte einen neuen Weg betreten und war wieder sesshaft geworden.“

Im Laufe eines Jahres hat Goldmund viel gelernt. Er findet Erfüllung in der Arbeit des Holzschnitzers bei Meister Niklaus und fertigt bei ihm sein Meisterstück an: eine Johannesfigur nach dem Vorbild seines Jugendfreundes Narziß. „An der Narzißfigur arbeitete Goldmund mit tiefer Liebe, in dieser Arbeit fand er sich selbst, seine Künstlerschaft und seine Seele wieder.“

Dabei werden Goldmund die einstigen Worte seines Freundes über ihre beiden unterschiedlichen Naturen klar und auch er erkennt nun in ihm sein Gegenspiel. Diese väterliche Seite des Lebens, die sich in Narziß spiegelt, durchdrungen von Geist und Wille, all das bildet er in seiner Johannesfigur nach und macht es sichtbar.

 

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Buchcover Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

 

 

Das Geheimnis der Künstlerschaft: Die Vereinigung der Gegensätze

Schließlich erkennt Goldmund das wahre Geheimnis seiner Liebe zur Kunst, seiner Künstlerschaft, die die gegensätzlichen Pole in seinem Wesen vereint und zum Ausgleich bringt.

„Die Kunst war eine Vereinigung von väterlicher und mütterlicher Welt, von Geist und Blut; sie konnte im Sinnlichsten beginnen und ins Abstrakteste führen, oder konnte in einer reinen Ideenwelt ihren Anfang nehmen und im blutigsten Fleische enden. All jene Kunstwerke, die wahrhaft erhaben und nicht nur gute Gauklerstückchen, sondern vom ewigen Geheimnis erfüllt waren, zum Beispiel jene Mutter Gottes des Meisters, alle jene echten und unzweifelhaften Künstlerwerke hatten dies gefährliche, lächelnde Doppelgesicht, dies Mann-Weibliche, dies beieinander von Triebhaftem und reiner Geistigkeit. Am meisten aber würde die Eva-Mutter dieses Doppelgesicht einst zeigen, wenn es ihm einst gelänge, sie zu gestalten. In der Kunst und im Künstlerischen lag für Goldmund die Möglichkeit einer Versöhnung seiner tiefsten Gegensätze, oder doch eines herrlichen, immer neuen Gleichnisses für den Zwiespalt seiner Natur. Aber die Kunst war kein reines Geschenk, sie kostete sehr viel, sie verlangte Opfer. Mehr als drei Jahre lang hatte Goldmund ihr das höchste und Unentbehrlichste geopfert, was er nächst der Liebeswollust kannte: die Freiheit. Das Freisein, das Schweifen im grenzenlosen, die Willkür des Wanderlebens, das Alleinstehen und Unabhängigsein, das alles hatte er weggegeben.“

 

Das Gesicht der Mutter

Neben der erfüllenden Arbeit an der Figur des heiligen Johannes nach dem Vorbild des Narziß, spürt er den tiefen Wunsch nach einem weiteren Meisterwerk in seiner Seele, für das er aber noch nicht bereit ist.

 

Das Bild der Urmutter, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

„Es war das Gesicht der Mutter. Dies Gesicht war schon lange Zeit nicht mehr dasselbe, wie es ihm einst, nach den Gesprächen mit Narziß, aus verlorenen Erinnerungstiefen wieder erschienen war. In den Tagen der Wanderung, in den Liebesnächten, in den Zeiten der Sehnsucht, den Zeiten der Lebensgefahr und Todesnähe hatte das Muttergesicht sich langsam verwandelt und bereichert, war tiefer und vielfältiger geworden; es war nicht mehr das Bild seiner eigenen Mutter, sondern aus dessen Zügen und Farben war nach und nach ein nicht mehr persönliches Mutterbild geworden, das Bild einer Eva, einer Menschenmutter. So wie Meister Niklaus in einigen Madonnen das Bild der schmerzlichen Gottesmutter mit einer Vollkommenheit und Stärke des Ausdrucks dargestellt hatte, welche Goldmund unübertrefflich schien, so hoffte er selbst einst, wenn er reifer und des Könnens sicherer sei, das Bild der weltlichen, der Eva-Mutter so zu gestalten, wie es als ältestes und beliebtestes Heiligtum in seinem Herzen stand.“

 

Das Werk ist vollbracht

Schließlich ist die Arbeit am Jünger Johannes, dem Denkmal seiner Jugendfreundschaft vollendet. Goldmund betrachtet sein Werk und weiß, dass er davon Abschied nehmen muss und es ihm nicht mehr Zuflucht, Trost und Sinn des Lebens ist. „Leer blieb er zurück…Er hatte hier nichts mehr zu tun; es waren keine Bilder in seiner Seele, die er hätte gestalten können. Jenes ersehnte Bild der Bilder, die Gestalt der Menschenmutter, war ihm noch nicht erreichbar, noch lange nicht.“

Das Angebot des Meisters, seine Tochter Lisbeth zu heiraten und selber Meister zu werden, lehnt er ab. Der „Ruf der Mutter“ treibt ihn an, die Stadt zu verlassen, um neue Erfahrungen zu sammeln. So verabschiedete er sich von Meister Niklaus und begibt sich wieder auf Wanderschaft.

Während einer Pestepidemie schließt sich ihm seine Geliebte Lene, die später an der Pest stirbt, und ein Gefährte Robert an. Als er in der Bischofsstadt eine Liebschaft mit Agnes eingeht, der schönen Geliebten des Statthalters, wird er von diesem entdeckt und zum Tode verurteilt. Der Abt, bei dem er seine letzte Beichte ablegen darf, ist sein alter Freund Narziß. Goldmund wird durch dessen Fürsprache begnadigt, muss aber die Stadt verlassen. Beide Freunde kehren gemeinsam in das Kloster Mariabronn zurück.

 

Figurengruppe, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Die Rückkehr ins Kloster Mariabronn

Zurück im Kloster erhält Goldmund eine Anstellung als Künstler und versucht sich wieder dem Glauben zu widmen, den er lange vernachlässigt hat. Er schnitzt für eine Kanzel Figuren, die Personen verkörpern, denen er auf seinen Reisen begegnet ist. Zwischendurch nimmt er sich hin und wieder die Freiheit, für einige Tage auf Wanderschaft zu gehen.

Eines Tages kehrt Goldmund gealtert und krank ins Kloster zurück, nachdem er mit seinem Pferd gestürzt ist und sich die Rippen gebrochen hat. Narziß sieht, dass sein Freund sterben wird und gesteht ihm seine Liebe und Bewunderung. Goldmund nimmt glücklich von ihm Abschied, denn er weiß, dass ihn seine Mutter durch den Tod zu sich nehmen wird.

Die Urmutter symbolisiert das Leben in all seinen Facetten: in der Freude, der Liebe, der Sinnlichkeit, genauso aber in Krankheit, Vergänglichkeit und Tod. Goldmund hat diese Urmutter zu lieben gelernt. Am Ende seines Lebens fragt er Narziß, wie er es denn machen wolle, wenn seine Zeit gekommen sei, wo er diese Urmutter doch nie kennenlernen durfte. In Narziß’ Herz brennen die letzten Worte Goldmunds wie Feuer: „Ohne Mutter kann man nicht sterben“.

 

Kirche, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Zitate von Hermann Hesse über „Narziß und Goldmund“

1931 schreibt Hermann Hesse in einem Brief an den evangelischen Theologen und Philosoph Christoph Schrempf:

„Narziß ist ebenso wenig der reine Geistesmensch, wie Goldmund der reine Sinnenmensch – sonst bräuchte einer den anderen nicht, sonst schwängen sie nicht beide um eine Mitte und ergänzten sich. Narziß kann das brutale Wort vom Heiligen und Wüstling sagen, und kann am Ende doch das Ganze von Goldmunds Leben liebend bejahen.“ Hermann Hesse

Während seiner Arbeit an dem Werk „Narziß und Goldmund“, schreibt er die Notiz „Eine Arbeitsnacht“, in der es heißt:

„Eine neue Dichtung beginnt für mich in dem Augenblick zu entstehen, wo eine Figur mir sichtbar wird, welche für eine Weile Symbol und Träger meines Erlebens, meiner Gedanken, meiner Probleme werden kann. Die Erscheinung dieser mythischen Person (Peter Camenzind, Knulp, Demian, Siddhartha, Harry Haller usw.) ist der schöpferische Augenblick, aus dem alles entsteht. Beinahe alle Prosadichtungen, die ich geschrieben habe, sind Seelenbiographien, in allen handelt es sich nicht um Geschichten, Verwicklungen und Spannungen, sondern sie sind im Grunde Monologe, in denen eine einzige Person, eben jene mythische Figur, in ihren Beziehungen zur Welt und zum eigenen Ich betrachtet wird.“ Hermann Hesse

Jeder dieser Protagonisten ist für Hesse ein Bruder des anderen, jeder eine Variation seines Themas.

 

Sonne, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Fazit: Ein äußerst empfehlenswerter und inspirierender Klassiker

„Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse ist ein äußerst empfehlenswerter und inspirierender Klassiker, der noch heute seine Leser mit klarer und schöner Sprache in den Bann zieht. Der Roman ist 1930 erstmals erschienen und heute im Suhrkamp Verlag erhältlich. Im Kern geht es wie in zahlreichen anderen Werken des Nobelpreisträgers um die Entwicklung eines Jugendlichen auf der Suche nach dem eigenen Sinn des Lebens und das Streben nach Einheit und Vollkommenheit.

Durch die völlig unterschiedlichen Lebensentwürfe von Narziß und Goldmund zeigt er das Leben in allen Facetten und die Zwiespältigkeit, Zerrissenheit und Doppeldeutigkeit der menschlichen Natur zwischen Geist und Sinnlichkeit. So führt Narziß ein Leben der Wissenschaft, des Glaubens und der Ordnung, Goldmund eins der Liebe, Wollust und Triebe.

Schließlich schaffen es beide auf ihre persönliche Weise, sich der Idee des Vollkommenen anzunähern, ihre wahre Bestimmung, ihre Erfüllung zu finden, und sich selbst zu verwirklichen: Narziß durch seine Ordnung, sein hohes Amt, seine Verantwortung und das Annähern an Gott, Goldmund schließlich durch die Kunst. Am Ende ist Goldmund mit sich und der Welt im Reinen, hat das Bild von der Urmutter vor Augen und die Hoffnung seine eigene Mutter im Tod wiederzusehen.

Bei der Zeichnung der faszinierenden Charaktere spielt C.G. Jungs Theorie der Archetypen eine wichtige Rolle. Hesse hat zeitlose und kulturübergreifende Figuren geschaffen, die die grundlegenden Möglichkeiten des menschlichen Seins verkörpern. In „Narziß und Goldmund“ kommt insbesondere auch der Archetyp der Anima und Großen Mutter zum Ausdruck, der sich in Goldmunds Hinwendung zur „Mutter“ zeigt, nachdem er deren neurotische Verdrängung überwunden hat. Das fiktive Kloster Mariabronn ähnelt dem realen Klosters Maulbronn, in dem Hermann Hesse 1891/92 traumatische Erfahrungen gemacht hat.

 

Sonne und Mutter, Klassiker: „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

 

Zitate Max Herrmann-Neiße und Thomas Mann

Die Schriftsteller Thomas Mann und Max Herrmann-Neiße schreiben folgendes über Hermann Hesses Roman „Narziß und Goldmund“:

„In ‚Narziß und Goldmund‘ bekommen die zwei Grundformen des schöpferischen Menschen Gestalt: der Denker und der Träumer, der Herbe und der Blühende, der Klare und der Kindliche. Beide verwandt, obwohl in allem ihr Gegenspiel, beide vereinsamt, beide von Hesse gleich gerecht in ihren Vorzügen und Schwächen erkannt, gleich exakt wiedergegeben.“

Max Herrmann-Neiße

„Hesses Roman ‚Narziß und Goldmund‘ setzt mit großer sprachlicher Schönheit ein und scheint in einer mittelalterlichen Zeitlosigkeit zu schweben, die dem poetischen Bedürfnis dieser rohen Aktualität widerstrebenden Geistes entspricht, ohne darum seine schmerzliche Fühlung mit den Problemen der Gegenwart zu leugnen…. ein wunderschönes Buch mit seiner Mischung aus deutsch-romantischen und modern-psychologischen, ja psychoanalytischen Elementen….eine in ihrer Reinheit und Interessantheit durchaus einzigartige Romandichtung.“

Thomas Mann

 

Weitere Informationen gibt es auch bei der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft: www.hessegesellschaft.de
Bilder: Unsplash, Pixabay / Cover: Suhrkamp Verlag

 

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